Bauarbeiten für neues Geschäftshaus am Scharn in Minden

Stadt Minden beginnt am 13. November 2017 mit Asphaltierung für neues Büro- und Geschäftshaus - starke Einschränkungen für Anwohner, Geschäfte und Besucher

Gerade neu gepflastert, schon geht’s weiter mit der Baustelle in der Mindener Innenstadt – dieses Mal wieder am Scharn für ein neues Büro- und Geschäftshaus – Symbol-/Archivfoto: onm

Kaum sind die Baustellen aus der Innenstadt von Minden halbwegs verschwunden, schon wird wieder aufgerissen und gebaggert – wieder kurz vor dem Weihnachtsgeschäft. Erste vorbereitende Maßnahmen für den Bau des neuen Geschäftshauses am Scharn beginnen am 13. November 2017.

Damit zu Beginn des kommenden Jahres die Arbeiten am neuen Büro- und Geschäftshaus – unter anderem ein Gebäudeabschnitt des Mindener Rathauses am Scharn – beginnen können, sind bauvorbereitende Arbeiten notwendig, teilt die Stadt Minden mit. So sei geplant, dass die Drogerie-Kette Müller ab Frühjahr/Sommer 2019 hier rund 2450 Quadratmeter Handelsfläche belegen soll (s. Ankündigung Müller) und drei kleinere Shops rund 600 Quadratmeter.

Projektentwickler Peter Maßmann und Architekt Lorenz Riethmüller stellten die Planungen im September 2016 dem Bauausschuss vor. Maßmann rechnete damals mit einer Gesamtinvestitionssumme von 14 Millionen Euro. Nach aktuellem Stand (03.11.2017) würden nun der Hamburger Investor Procom und sein Hamburger Projektpartner Maßmann & Co. mehr als 17 Millionen Euro investieren müssen.

Davon abgesehen würde Minden mangels Platzgründen im zweiten und dritten Obergeschoss des Gebäudekomplexes sowie im Dachgeschoss Büroflächen für die Stadtverwaltung anmieten (für wohl 7,14 Euro pro qm x 1050 qm Fläche = 7.497 Euro pro Monat). Der Neubau beinhaltet eine Gesamtnutzfläche von rund 4100 Quadratmetern laut Angaben der Drogeriekette Müller.

Die Piratenpartei kritisierte schon im September 2016 den „Freibrief für den Rathausumbau“ (siehe unser Bericht). Insgesamt sollen ja die Baumaßnahmen rund ums Rathaus 34,5 Millionen Euro verschlingen.

Umfangreiche Einschränkungen während der Bauarbeiten

Doch wird die Neubaumaßnahme am Scharn nicht nur immense Kosten verursachen, sondern wieder einmal Lärm, Dreck und Baustellen-Gedrängel – und das wieder kurz vor dem Weihnachtsgeschäft der Einzelhändler und des Mindener Weihnachtsmarktes – wie schon zuvor bei der Pflaster-Neugestaltung des Marktplatzes und Scharns, die mehrere Anläufe brauchte.

Nun soll erneut was am Pflaster gemacht werden – nur dieses Mal zum Schutz des neuen Pflasters: Eine Asphaltschicht wird voraussichtlich in der Woche zwischen dem 13. und 17. November 2017 aufgebracht (vorausgesetzt, das Wetter spielt mit, sonst könnte sich die Baumaßnahme verschieben). Diese Schicht soll dafür sorgen, dass beim Überfahren der Straßen durch Baufahrzeuge keine Schäden am neuen Kopfsteinpflaster verursacht werden. Doch damit nicht genug. Nach Fertigstellung des Neubaus (ca. Sommer 2019) wird diese dann wieder entfernt. Sprich, Minden wird wie schon in 2014 „merk-würdige Muster“ in der Vorweihnachtszeit aufzeigen (siehe unser Bericht), nur dieses Mal über ein Jahr lang.

Außerdem sollten sich Anwohner, Geschäftsinhaber, Lieferanten und Besucher der Innenstadt auf zahlreiche Sperrungen einrichten. So werden Sicherungsmaßnahmen im Bereich Vinckestraße, der Straße „Großer Domhof“ und „Am Rathaus“ vorgenommen. Denn für die Aufbringung der Asphaltschutzschicht sei es notwendig, dass der Straßenabschnitt Mitte November komplett gesperrt wird.

In dem gelb markierten Bereich wird die Asphaltschicht aufgetragen – Quelle Grafik: Stadt Minden

Der Parkplatz „Großer Domhof“ sei ab dem 13. November nur eingeschränkt erreichbar. Alternativ werden Parkplätze für Kurzzeitparker bereitgestellt, erklärt Innenstadtkoordinator Michael Lax und ergänzt: „Leider ist es nicht möglich, den Platz über die Straße ‚Großer Domhof‘ zu verlassen. Wir richten eine Wendemöglichkeit ein.“

Die Fahrradständer an der Straße „Großer Domhof“ werden bis zur Fertigstellung des Geschäftshauses (also ca. Sommer 2019) nicht zur Verfügung stehen. Diese werden eingelagert und später wieder am selben Ort montiert. Die Fahrradständer vor dem Bürgerbüro können als Alternative genutzt werden.

Für Motorradfahrer wird in der Hellingstraße, in Höhe der Volksbank, ein Pkw-Parkplatz zur Verfügung stehen.

Die sechs Behindertenparkplätze im Bereich des Mindener Doms, der Commerzbank und der Buchhandlung stehen weiterhin zur Verfügung.

Auch weitere Gebäude am Scharn vom Abriss betroffen

Ab dem 27. November heißt es dann Adieu historischer Rathaus-Trakt A und für weitere Gebäude in der Scharnpassage – die Abrissbirne kommt – beginnend beim ehemaligen Bäckereibetrieb Rippin bis zum Vorderhaus am Scharn. Der Abriss des Vorderhauses am Scharn sei allerdings erst für Anfang 2018 vorgesehen.

Aus diesem Grund wird die Scharnpassage gesperrt und kann nicht mehr fußläufig passiert werden. Die Hochbauarbeiten starten im Frühjahr 2018. Voraussichtlich zum Sommer 2019 soll dann der neue Komplex stehen.

Es wird also praktisch eine ganze Architektur-Generations-Reihe am Scharn dem Erdboden gleich gemacht. Denn das neue Büro- und Geschäftshaus soll ja auch einen modernen Innenhof kriegen – und überhaupt soll das Gesamtbild rund ums Rathaus angepasst werden, weshalb schon zahlreiche kleine Geschäfte weichen mussten.

Sprich: Jetzt ist die richtige Zeit, noch mal den Scharn in der Innenstadt zu besuchen, bevor sich alles verändert. Das könnte man ja mit dem Besuch der Mindener Herbstmesse auf Kanzlers Weide verbinden. Die Kirmes hat bis zum 12. November geöffnet. Danach werden Baufahrzeuge wieder das Stadtbild prägen.

Quelle: Stadt Minden, OctoberNews


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