Bastau in Minden stinkt und leidet unter Sauerstoffmangel

Kreis Minden-Lübbecke rief Umweltalarm aus - Fischsterben in der Bastau - Feuerwehr leitet Belüftungsmaßnahmen in Minden, Hille und Lübbecke ein

Fische in Bastau Minden gefaehrdet
Das Bild der friedlichen Bastau in Minden trübt zurzeit – Nährstoffe aus gedüngten Feldern und Wiesen trieben nach dem Hochwasser in das Fließgewässer und sorgen für Gestank und Bedrohung des Fischbestandes – Archivfoto: onm

In der Zeit vom 3. bis 7. Juli 2016 nahmen Bürgerinnen und Bürger der Stadt Minden einen merkwürdig süßlichen bzw. Fäulnisgestank aus der Bastau wahr sowie eine ungewöhnlich starke, schnelle Strömung und „Dreckwasser“, das in die Weser fließt. Die Untere Wasserbehörde des Kreises Minden-Lübbecke stellte daraufhin eine enorme Abnahme des Sauerstoffgehalts fest und vereinzelt tote Fische wurden gesichtet. Umweltalarm wurde ausgelöst.

Dreckwasser Weser Bastau
Markus2009 twittert am 7. Juli, dass „Dreckwasser“ aus der Bastau in die Weser fließt in Minden (zwischen Schiffmühle und Glacisbrücke)

Aus der gerade erst frisch renaturierten Bastau (siehe Bericht) stinkt es seit dem 3. Juli zum Himmel. So maß die Untere Wasserbehörde des Mühlenkreises am 6. Juli den Sauerstoffgehalt des Fließgewässers sowie des Bastau-Entlasters und musste feststellen, dass dieser zum Teil bei unter einem Prozent lag. Aufgrund dessen mussten bereits Fische sterben zwischen dem Großen Torfmoor in Hille bzw. Lübbecke und Minden.

So wurde am 7. Juli 2016 Umweltalarm über die Website des Kreises ausgelöst. Um 10 Uhr traf sich eine Koordinierungsrunde – bestehend aus Vertretern der LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen), der Bezirksregierung Düsseldorf, der Wasserwirtschaft, Fischerei, Feuerwehr und des Gesundheitsamtes des Kreises Minden-Lübbecke -, die sich mit dem geringen Sauerstoffgehalt in der Bastau befasste. Unter Leitung des Umweltamtes wurden weitere Maßnahmen eingeleitet.

Als Grund der Gewässerbelastung wird von den Vertretern des Kreises und des Landes die Hochwassersituation der letzten Tage in den Bastau-Wiesen gesehen. Gedüngte Felder und Wiesen standen großflächig unter Wasser und trugen Nährstoffe aus. Diese gelangten in die Bastau und den Entlaster und wurden dort unter Sauerstoffzehrung abgebaut.

Der Weser-Pegel erreichte zuletzt am 26. Juni einen Höchststand von 264 Zentimetern (gemessen in Porta Westfalica vom Wasser- und Schifffahrtsamt Minden – siehe Rubrik „Warnungen“ auf der Website der Feuerwehr Minden). Als Ursache werden hier auch die starken Regenfälle in den vergangenen Wochen gesehen, die die Bastau-Wiesen unter Wasser setzten. Dadurch zersetzten sich die Pflanzen und es kam zu einem organischen Fäulnisprozess, wodurch sich der Sauerstoffgehalt in der Bastau verringerte.

Weser Hochwasser
Weser-Pegel Porta am 26. Juni 2016 – Quelle: minden112.de, pegelonline.wsv.de

Als erste Maßnahme gegen den geringen Sauerstoffgehalt belüftete die Feuerwehr Minden am 7. Juli ab 12.45 Uhr bis in die Nacht hinein das Wasser der Bastau sowie des Schwanenteichs. Mithilfe von Pumpen und einem Kompressor an vier Stellen im Mindener Stadtgebiet wurde das Flusswasser angesogen, durchwirbelt und wieder zurückgeleitet. Es kam dabei zu Geruchsbelästigungen, diese gesundheitlich unbedenklich seien. Es handele sich hierbei um eine Vorsorgemaßnahme, um ein großes Fischsterben zu verhindern.

Dieselben Maßnahmen wurden auch in Hille und Lübbecke durchgeführt.

Stab beschließt weiteres Belüften der Bastau

Die Belüftungsmaßnahme wurde auch am 8. Juli fortgeführt, um den Sauerstoffgehalt der Bastau zu erhöhen. Das beschlossen bei einer gemeinsamen Sitzung am 7. Juli um 20 Uhr Kreisbrandmeister Michael Schäfer und Heino Nordmeyer der Feuerwehr Minden, Kreisdirektorin Cornelia Schöder sowie weitere Vertreter der Feuerwehren, der Verwaltung des Kreises Minden-Lübbecke und der Stadt Minden.

Währenddessen kann es in der direkten Umgebung der Pumpstationen zu einem erhöhten Geräuschpegel sowie weiteren Geruchsbelästigungen kommen. (ON: In Minden-Rodenbeck roch man den Gestank von der Bastau am Vormittag des 8. Juli bis zur Thomaskirche An der Landwehr und darüber hinaus.)

Am 8. Juli fand laut Angaben des Kreises um 11 Uhr die nächste Sitzung des Stabs statt, in der auf Basis der neuesten Messwerte das weitere Vorgehen in den kommenden Tagen beschlossen wurde. Sobald diesbezüglich Informationen herausgegeben werden, findet man diese auf der Website www.minden-luebbecke.de in der Rubrik „Alle Pressemeldungen“.


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