Außerirdisch schönes Osterfeuer

Häverstädt in Minden bot eine gemütliche, feurige Osterveranstaltung

Fotos: onm
An diesem Osterfeuer hatten selbst fremde Besucher ihre Freude – Fotos: onm

Dagegen ist der Kaiser ein kleines Licht im Hintergrund, wenn in Häverstädt das Osterfeuer brennt. Ein fast außerirdisches Ereignis, das nicht nur Anwohner, sondern auch fremde Besucher miterleben durften.

Nach Sonnenuntergang am Abend des Ostersamstag 2014 war in dem Mindener Stadtteil Häverstädt auf dem Raiffeisen-Landbund-Gelände (RLB), was auf einer Anhöhe an der Bergstraße liegt, der Bär los. Neben Bratwurst, Getränken und 80er Jahre Musik führte hinter den Silos ein Fackelweg zum riesigen Osterfeuer. Umgeben von Rapsfeldern, die bereits in gelber Blüte stehen, bot sich einem ein großartiger Ausblick auf den Wittekindsberg in Porta Westfalica.

Aus der Ferne betrachtet sah es so aus, als ob hoch oben auf dem Berge auch ein Feuer brennen würde, aber es war das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in einem Lichtermeer getaucht. Ein perfekter Ort, um am Feuer die Seele baumeln lassen und bei Speis und Trank ein nettes Gespräch unter Freunden und Nachbarn führen zu können – so ganz real ohne Smartphones und Co.

Künstliches Licht war auf ein Minimum reduziert. Bunte Lampions, brennende Fackeln und Feuertonnen boten allein Licht in der Dunkelheit, wie man es mittlerweile auch nur noch ganz selten auf Mittelalterfesten vorfindet. Herumstehende Traktoren und ein Blick in den Schuppen hinter dem Bierstand vermittelten ein ländliche, ruhige und gemütliche Atmosphäre.

Erwachsene unterhielten sich über Gott, Computer, Mietprobleme und die Welt, Kinder zog das Feuer an, wie die Fliegen das Licht, und erzählten sich alles Wichtige, während sie natürlich mit Hölzern im brennenden Element herumstocherten, und Hunde sahen brav von Weitem zu. Ein aufgehäufter Sandberg lud außerdem zum Herunterrutschen ein.

Man fühlt sich in vergangene Zeiten zurückversetzt – in die Zeit der 80er Jahre, wo man unbeschwert durchs Leben gehen konnte – frei von unsinnigen Verboten und übertriebenen staatlichen Maßregelungen. Ein fast goldfarbener historischer VW Scirocco, dessen Autofarbe auch gern als “kackbraun” beschrieben wurde, am Straßenrand untermauerte natürlich noch das Gefühl. Zur Aufklärung: Es gab damals etliche lustige Bezeichnungen, wie z. B. den “schlüpferblauen” Mercedes Benz.

Nunmehr sagen wir herzlichen Dank nach Minden-Häverstädt für diese Osterveranstaltung! Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Ein gelungener Start in ein fantastisches Osterfest.

Letztendlich kristallisierten sich während der Fotobearbeitung interessante Gestalten am Feuer heraus, die – sofern man an Übersinnliches glaubt – fast außerirdischer Natur sein könnten. Natürlich wurde kein Bild manipuliert und es handelt sich nur um ganz normale Menschen, die in einem interessanten Winkel in der Dunkelheit zum Osterfeuer standen. Aber sehen Sie doch einfach selbst:


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