Ausgediente Handys beim Weltladen Minden abgeben

Handy-Aktion NRW: Jetzt alte Mobiltelefone im Weltladen Minden abgeben und Menschenrechtsprojekte unterstützen - oder selber Sammelaktion organisieren

Altes Handy einfach in den Müll schmeißen, wenn es nicht mehr gebraucht wird? Nicht bei der Handy-Aktion NRW – der Weltladen Minden ruft zum Mitmachen auf – Symbolfoto: onm

Neues Handy zu Weihnachten geschenkt bekommen und das alte landet in der Schublade oder gar auf dem Müll? Das geht auch anders. Der Weltladen Minden ruft im Rahmen der Handy-Aktion NRW dazu auf, ausgediente Handys in die Obere Altstadt zu bringen oder selbst Sammelaktionen zu starten.

Rund 104 Millionen Handys schlummern in Deutschland ungenutzt in der Schublade, gibt das Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen bekannt. Denn Handys (bzw. Smartphones oder ähnliche Mobilgeräte) sind aus dem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken. Allein in Deutschland sollen im Jahr 2016 etwa 25 Millionen neue Handys gekauft worden sein. Dabei würde jedes Gerät nur etwa 18 Monate lang genutzt werden, bevor es durch ein neues ersetzt wird.

Dabei würden alte bzw. ausgediente Mobiltelefone oft nicht fachgerecht recycelt, sondern verbleiben im Haushalt oder landen im Hausmüll, obwohl sie wertvolle Rohstoffe enthalten. Und neben der unfachmännischen Entsorgung, die der Umwelt schaden kann, sei auch die durchaus problematische Seite bei der Produktion zu betrachten, die Menschen in ihren Rechten verletze.

Daher ruft die „Handy-Aktion NRW“ in ganz Nordrhein-Westfalen zum Mitmachen auf – auch in der Stadt Minden:

Jeder, der sein ausgedientes Handy, Smartphone oder ähnliches Mobilgerät nicht mehr braucht, kann es – einschließlich Zubehör wie Ladegerät, Kopfhörer usw. – kostenlos abgeben beim Weltladen Minden, Brüderstr. 3 in 32423 Minden (Google Maps). Der Laden in der Oberen Altstadt Mindens, der seit 1976 auch Lebensmittel wie Mühlenkreiskaffee und anderes aus „fairem Handel“ vertreibt, hat immer geöffnet: Montag bis Freitag von 10 bis 13.30 Uhr und 15 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 13.30 Uhr.

Alle gesammelten Handys werden dann fachgerecht recycelt oder nach einer professionellen Datenlöschung weiterverwendet. Der Erlös der Aktion kommt weltweiten Menschenrechtsprojekten von „Brot für die Welt“, zum Beispiel gegen Kinderarbeit im Bergbau-Bereich (siehe z.B. Pressemeldung vom 08.12.2017), und der Vereinten Evangelischen Mission zugute.

Im Weltladen in der Oberen Altstadt von Minden können ausgediente Handys abgegeben werden – Archivfoto: onm

Denn unter anderem enthielten Mobiltelefone wertvolle Rohstoffe. In jedem Alt-Handy lagert beispielsweise circa 0,025 Gramm Gold, was auf 104 Millionen ungebrauchter Geräte hochgerechnet rund 2,6 Tonnen Gold ausmachen würde. Insgesamt bestehe ein Mobilgerät aus mehr als 60 wertvollen und zum Teil seltenen Metallen, darunter auch Silber, Platin, Palladium, Kupfer und Tantal.

Da Edelmetalle und Seltene Erden nur in kleinen Mengen im Mobiltelefon verbaut werden, falle ihr Materialpreis nicht allzu sehr ins Gewicht. Jedoch würden sich Nutzungskonkurrenzen in Bezug auf derartige Rohstoffe zwischen Mobilfunktechnologie und Zukunftstechnologien wie Photovoltaik und Elektromobilität ergeben. Der Verknappung wichtiger Metalle drohe folglich, die Verbreitung klimafreundlicher Technologien zu behindern (IZT/adelphi 2011). Mehr Recycling könne hier Abhilfe schaffen, heißt es im Factsheet 10 der Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH (Stand: Dezember 2013).

Bei der herkömmlichen Gewinnung der wertvollen Rohstoffe sei dies häufig mit Menschenrechtsverletzungen und Naturzerstörung verbunden. Der Zinnabbau auf den indonesischen Inseln Bangka und Belitung zum Beispiel zerstöre wertvolle Korallenriffe und gefährde so die Existenz zahlreicher Fischer.

Als Mitglied der „Global Coalition for Social Protection Floors“ organisierte „Brot für die Welt“ aber beispielsweise auch im Herbst 2016 gemeinsam mit ILO und Weltbank die Vorstellung und Diskussion der Initiative „Global Partnership on Universal Social Protection: Ending Poverty by 2030“. Diese – von der deutschen Bundesregierung unterstützte – Initiative lädt Regierungen und andere Akteure dazu ein, sich für universelle soziale Sicherungssysteme bis 2030 einzusetzen, die vor allem auch Menschen in Armut erreichen und einbeziehen, auf Grundlage der „social protection floors“ – der Sicherung der Lebensgrundlagen (siehe vollständigen Blog-Beitrag von Dr. Luise Steinwachs).

Es gibt also noch viel zu tun auf dieser Welt – auch in Deutschland.

Das „Welthaus Minden“ (hier das Logo), ein Zusammenschluss zweier Vereine, konnte 2016 sein 40-jähriges Bestehen feiern und steht für entwicklungspolitische Bildungsarbeit im Kreis Minden-Lübbecke und OWL

„Umso wichtiger ist es, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen und ausgediente Handys fachgerecht zu recyceln. Mit dem Recycling werden Rohstoffe zurückgewonnen und der illegale Export von Elektroschrott wird vermieden, zum Beispiel nach Ghana, ein Partnerland Nordrhein-Westfalens“, so Hartmut Damke vom Welthaus Minden, auch bekannt vom „Infotreffen Mehrgenerationenhaus Minden“ (siehe unser Bericht), das weiterhin regelmäßig stattfindet.

Im Übrigen kann jeder auch seine eigene Handy-Sammelaktion starten für den genannten Zweck, insbesondere Jugendgruppen, Schulen, Kirchengemeinden oder Arbeitsstellen seien hier gefragt. Genaue Informationen zu anforderbaren Sammelboxen und anderes findet man auf der Webseite handyaktion-nrw.de/mitmachen/handys-sammeln.

Über aktuelle Aktivitäten kann man sich zudem auf der Facebook-Seite Handyaktion-NRW informieren.

Die „Handy-Aktion NRW“, die bis zum Kirchentag in Dortmund im Juni 2019 andauern soll, ist ein Projekt des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung, des Amtes für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen, SÜDWIND e.V., Open Globe – Eine Welt Netz NRW e.V. sowie des Gemeindedienstes für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland, in Kooperation mit Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst, VEM und Handy-Aktion in Baden-Württemberg.

Informationen zum Welthaus Minden, das auch den Weltladen beinhaltet und ein Informationszentrum, findet man auf der Website welthaus-minden.de.

Quelle: Pressemeldung Hartmut Damke, Welthaus Minden


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