Aufruf der Verbraucherzentrale: Ärger-Verpackungen melden

Umweltberatung der Verbraucherzentrale NRW in Minden sammelt Beispiele für übermäßigen Verpackungsmüll von Verbrauchern aus Minden-Lübbecke

VZ Minden Verpackungsaerger
Auszubildende der Stiftung Ludwig-Steil-Hof zeigten detektivischen Spürsinn beim Entdecken von Verpackungsärger-Beispielen. Mit dabei: Lehrkraft Lydia Neuberger (li.) sowie die Umweltberaterinnen Cornelia Franke-Röthemeyer (4. v. li.) und Ute Schürmann von der Verbraucherzentrale NRW in Minden.

„Die eingeschweißte Bio-Gurke ist es, die opulent verpackte Pflegecreme, der Kaffeepad-Beutel mit viel Luft und wenig Inhalt sind alles Anlässe für Verpackungsärger“, meinen die Umweltberaterinnen Cornelia Franke-Röthemeyer und Ute Schürmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) in Minden. Sie rufen deshalb Verbraucherinnen und Verbraucher aus Minden-Lübbecke auf, solche „Ärger-Verpackungen“ zu melden.

Am 3. Juni 2016 gab die Umweltberatung den kreisweiten Startschuss für die Aktion Verpackungsärger der Verbraucherzentrale NRW. Denn Abfallvermeidung wird seit Jahren in allen politischen Programmen als wichtiges Ziel genannt, der Berg an Verpackungsabfällen wächst dennoch kontinuierlich: Rund 212 Kilogramm Verpackungsmüll fielen 2013 pro Kopf in Deutschland an, knapp die Hälfte davon direkt bei den Endverbrauchern. Die Menge an Verpackungsmüll ist laut dem Umweltbundesamt zwischen 2003 und 2013 sogar um 13 Prozent gestiegen.

Immer wieder erreichen die Verbraucherzentrale Beschwerden über zu viel Verpackungsmaterial und verschwendete Rohstoffe, die gleich nach dem Auspacken zu Abfall werden.

So durchforsteten Lydia Neuberger, Lehrkraft und im Fachbereich Hauswirtschaft zuständig für die Durchführung des Stütz- und Förderunterrichts, sowie Franke-Röthemeyer und Schürmann von der Verbraucherzentrale in Minden, gemeinsam mit Auszubildenden der Evangelischen Stiftung Ludwig-Steil-Hof in Espelkamp erste Einkaufsregale in Supermärkten nach auffälligen Verpackungen und wurden fündig.

Alle Teilnehmer des Ausbildungsganges „HauswirtschaftshelferIn / FachpraktikerIn Hauswirtschaft“ konnten dabei ihre fachlichen Vorkenntnisse in Hinsicht auf Einkauf und Verarbeitung von Lebensmitteln und anderen hauswirtschaftlichen Produkten praktisch einsetzen. Auch die Themen Müllvermeidung und Mülltrennung waren wesentlicher Bestandteil der dreijährigen dualen Ausbildung am Ludwig-Steil-Hof.

„Überflüssige Verpackungsmaterialien sind auch ein finanzielles Ärgernis“, erklären die Umweltberaterinnen der Mindener Verbraucherzentrale. „Verbraucher zahlen für die Sammlung und das Recycling der oft unnützen und manchmal gar unpraktischen Verpackungen beim Einkauf mit.“ Die Verbraucherzentrale will aus all diesen Gründen die Hersteller in die Pflicht nehmen und konkret nachfragen, warum das nicht besser geht.

Während der „Aktionstage Nachhaltigkeit“, die gerade bundesweit ausgerufen werden, wollen die Umweltberaterinnen aus Minden so das Bewusstsein für Abfallvermeidung schärfen und sich um Verpackungsärger kümmern.

Und alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis Minden-Lübbecke können sich an der Aktion beteiligen.

Zu kritisierende Originalverpackungen können bis Ende Juli 2016 direkt in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale an der Portastr. 9 in 32423 Minden (Google Maps) abgegeben werden. Alternativ kann ein Foto mit der Ärger-Verpackung per E-Mail an minden.umwelt@verbraucherzentrale.nrw übersandt werden.

Weitere Informationen kann man auf der Website www.verbraucherzentrale.nrw/verpackungsaerger nachlesen.

Quelle Text und Foto: VZ NRW in Minden


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