Apfelernte läuft mit Sorte Elstar auf Hochtouren

Landwirtschaftskammer NRW: höherer Ertrag als im Vorjahr - Apfel das beliebteste Obst der Deutschen - Besonderheit in Westfalen-Lippe: über 10 Plantagen zum Selberpflücken

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Äpfel – das beliebteste Obst der Deutschen – können Verbraucher auf über zehn Plantagen in Westfalen-Lippe auch frisch vom Baum pflücken und damit günstiger erwerben – Foto: onm

Die Apfelernte in Nordrhein-Westfalen (NRW) läuft jetzt mit der Ernte der Sorte Elstar auf Hochtouren, teilt die Landwirtschaftskammer NRW mit. Deutschlandweit wird mit einer Erntemenge von mehr als einer Million Tonnen Äpfeln gerechnet – das entspricht einem Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Apfel ist das beliebteste Obst der Deutschen: Jährlich werden in Deutschland mehr als zwei Millionen Tonnen Äpfel verzehrt. Das entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von 25 Kilogramm. Allein in Nordrhein-Westfalen wird rund die Hälfte davon geerntet – angebaut auf etwa 1.800 Hektar Plantagenfläche; bundesweit sind es 30.000 Hektar. Die Hauptanbaugebiete in Deutschland liegen am Bodensee und im Alten Land vor den Toren von Hamburg.

Nachdem die Frühsorten Delbarestivale und Alkmene bereits abgeerntet wurden, kommen jetzt die Sorten Elstar und Gala an die Reihe. Ende September werden Boskoop und Jonagold gepflückt, die sich vor allem für Kuchen und Apfelmus eignen. Den Saisonabschluss bilden die Lagersorten Pinova, Fuji und Braeburn. So wird die Apfelernte bis etwa Mitte / Ende Oktober dauern.

Eine Besonderheit in Westfalen-Lippe ist der hohe Anteil an Apfelanlagen, in denen Verbraucher selber pflücken und damit das frische Obst günstiger erwerben können. Über 10 Obstbauern öffnen dazu ihre Plantagen. Eine Übersichtskarte findet man auf der Website der Obstbaufachbetriebe Westfalen-Lippe.

Insgesamt fällt die Ernte in 2016 sowohl bei Äpfeln als auch bei Birnen etwas kleiner aus als in den vergangenen Jahren. “Das liegt an dem verregneten Blühwetter im Frühjahr, sodass nicht alle Blüten ideal befruchtet worden sind”, erklärt die Landwirtschaftskammer NRW. Ein weiterer Grund sei die sogenannte Alternanz.

Dieser Fachbegriff ist zwar nicht jedem bekannt, aber das Naturphänomen kennt jeder Gartenbesitzer mit eigenem Obstbaumbestand: Die Bäume, die in einem Jahr sehr viele Früchte tragen und sich dabei etwas stärker verausgaben, werfen im Folgejahr dadurch einen geringeren (bis gar keinen) Ertrag ab. Insbesondere die Sorten Elstar und Boskoop sind dafür anfällig.

Was Birnen angeht, ist in der Landwirtschaft dieses Jahr mit einem Minus von 16 Prozent von 43.000 auf 36.000 Tonnen zu rechnen. Aber das feuchte Frühjahr und der nasse Sommer sorgen für sehr gute Fruchtgrößen. Zudem sind aufgrund der derzeitigen Temperaturunterschiede zwischen den Tages- und Nachttemperaturen die Früchte zusätzlich sehr gut ausgefärbt. Der Herbst zeigt sich also von seinen schönsten Seiten.

Weitere Informationen findet man auf der Homepage der Landwirtschaftskammer NRW.


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