Ansturm beim Lidl-Sonderverkauf in Minden

Kurz nach 9 Uhr waren bereits viele Technikartikel ausverkauft - Lidl bietet Schnäppchen bis zu 80 Prozent billiger an im ansonsten leerstehenden Laden in Rodenbeck

Lidl bietet seit heute Morgen bis Samstag großen Sonderverkauf am Schwabenring in Minden-Rodenbeck an – Fotos: onm

Scharenweise stürmen Schnäppchenjäger aus Minden und Umgebung seit heute Morgen 9 Uhr den extra für den Lidl-Sonderverkauf hergerichteten, ansonsten leerstehenden Laden am Schwabenring 4-6 in Minden. Die Einzelhandelskette Lidl bietet bis Samstag, 4. November 2017, viele Schnäppchenartikel bis zu 80 Prozent billiger an.

Im Mindener Stadtteil Rodenbeck herrscht heute Ausnahmezustand. Alle Parkmöglichkeiten werden ausgenutzt, ob an der Sparkasse gegenüber, in den umliegenden Nebenstraßen oder auf dem Sammelparkplatz vor dem Laden. Selbst direkt am Gebäude parken Hunderte von Menschen ihre Autos und Fahrräder, um beim Lidl-Sonderverkauf, der großflächig in den Filialen per Flyer und Plakaten angekündigt wurde, ihre persönlichen Schnäppchen zu machen. Gegen 9.30 Uhr waren bereits viele begehrten Technikartikel ausverkauft.

Hunderte von Menschen stehen seit 9 Uhr Schlange an den Kassen beim Lidl-Sonderverkauf

Heraus kommen die Schnäppchenjäger aus aller Herren Länder mit vollbepackten Einkaufswagen und -tüten und im Arm haltenden, übereinander gestapelten Kartons. Teilweise werden von einigen Artikeln auch gleich zehn Stück oder mehr gekauft, vermutlich, um diese über Flohmärkte, Auktionsplattformen, in ihren eigenen Läden oder Ähnlichem weiterzuverkaufen.

Jede Parkmöglichkeit wird ausgenutzt beim Lidl-Sonderverkauf in Minden

Und für Fußgänger könnte das Wetter nicht besser sein – der Herbst zeigt sich von seiner schönsten Seite.

Ideales Herbstwetter für Schnäppchenjäger

Von Gemütlichkeit im Laden kann man allerdings nicht sprechen. Die Menschen drängeln sich – teils hastig – durch die Gänge, können auf die zahlreich angebotenen Artikel praktisch nur einen kurzen Blick erhaschen, und ein Vorankommen ist nur langsam möglich. Schon auf dem Hinweg wurden wir von schmunzelnden Passanten darauf aufmerksam gemacht, dass man viel Geduld mitbringen sollte, womit sie wohl die langen Schlangen an der Kasse meinten.

Aber die Kassiererinnen geben alles, scannen die Ware, was das Zeug hält. Zudem wird akribisch darauf geachtet, auch unter Einsatz von Security-Fachkräften, dass Langfinger keine Chance bekommen. Nur das eigene Portemonnaie sollte man gründlich verstecken.

Ansonsten ist die Ware von den Lidl-Angestellten übersichtlich und gut beschildert einsortiert und angeordnet worden. Überhaupt wirkte alles gut organisiert.

Ein Vorankommen ist nur langsam möglich in den Gängen mit den zahlreich angebotenen Artikeln

Der Sonderverkauf geht noch bis morgen jeweils von 9 bis 18 Uhr. Wer allerdings wirklich noch Schnäppchen, zum Beispiel Haushaltsartikel oder Kleidung, machen will, sollte sich beeilen – viele Regale sind schon „leergefegt“.

Übrigens bietet Lidl in ganz Deutschland zurzeit Sonderverkäufe an. Alle Orte und Zeiten findet man hier.

++ UPDATE ++
Gegen 17 Uhr sind die Schlangen immer noch so lang an der Kasse. Kein Wunder, denn die Lidl-Mitarbeiter füllen die Regale ständig neu auf – mit wechselndem Sortiment. Es scheint sich also zu lohnen, auch am Samstag (noch mal) vorbeizuschauen. Mit abnehmender Menschenmasse darf man dabei allerdings nicht rechnen.

++ UPDATE ++
Tatsächlich konnte man am Verkaufs-Samstag mindestens ebenso viele Schnäppchenjäger beobachten wie am Freitag. Nur dieses Mal fanden wir zahlreich geöffnete Verpackungen vor, aus denen die Ware entweder ganz oder Einzelteile entnommen wurden, was auf Ladendiebstahl schließen könnte. Außerdem rissen manche Kunden den Lidl-Verkäufern die Neuware buchstäblich aus den Händen, sobald sie diese aus dem Lager karrten. Kleine Haushaltsgeräte waren besonders beliebt, die, kaum waren die befüllten Transportwagen zu sehen, direkt massenhaft in die Einkaufswagen der vermutlich „fliegenden Händler“ wanderten.

Fazit: Menschen, die augenscheinlich wenig Geld zum Leben zur Verfügung haben und auf Schnäppchen angewiesen sind, bekamen kaum eine Chance, zu der begehrtesten Ware vorzudringen. Senioren haben sich gar nicht erst getraut, den Laden zu betreten. Und junge Frauen mit Kinderwagen wurden von der Masse so behandelt wie alle anderen Kunden. Interessanterweise schien die Freude über die erhaschten Schnäppchen jedoch zu überwiegen. Erfolgreiche Schnäppchenjäger verließen den Lidl-Sonderverkauf mit glücklichen Gesichtern und erleichtert darüber, dass sie es „geschafft“ hatten, sich „durchzukämpfen“. Wir kamen mit blauen Flecken am Oberschenkel von Einkaufswagen-Anschubsern davon – aber man entschuldigte sich freundlich. Das nennen wir Schnäppchenjagd.


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