Altes Spritzenhaus in Aminghausen erhält rund 88.000 Euro für Umbau

Für den Umbau zum Dorfgemeinschaftshaus erhalten engagierte Bewohner aus Minden-Aminghausen finanzielle Unterstützung vom Bund und Land NRW

Günter Heidemann von der Bezirksregierung Detmold (re.) übergibt einen Förderbescheid im Wert von knapp 88.000 Euro an Mindens Bürgermeister Michael Jäcke (li) für Umbaumaßnahmen des Alten Spritzenhauses (s.o.) in ein Dorfgemeinschaftshaus, wofür sich Ute Kerlen (Mitte), Vorsitzende des Forum Aminghausen e.V., seit Jahren einsetzt – Fotos: Stadt Minden

Public Viewing zur Fußballweltmeisterschaft 2014, lockeres Zusammensein bei Kaffee und Kuchen, Diskussionsrunden, Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ – das „Alte Spritzenhaus“ im über 950 Jahre alten Mindener Ortsteil Aminghausen hat schon vieles gesehen und wurde schon oft unterstützt. Der Förderbescheid von knapp 88.000 Euro, der während des 10. Adventszaubers am 8. Dezember übergeben wurde, sprengt aber den Rahmen aller Vorstellungskraft. Damit kann das Spritzenhaus nun zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut werden.

963 Jahre ist es her, dass Aminghausen erstmals als „Amanhusen“ in einer Schenkungsurkunde des Bischofs Eilbert von Minden erwähnt wurde. Seitdem hat sich eine Menge getan in der einst selbstständigen Gemeinde des Amts Windheim zu Lahde des Kreises Minden. Aminghausen wurde 1973 mit dem Mindener Stadtteil Leteln zusammengelegt, und Leteln-Aminghausen gehört mittlerweile zur Stadt Minden. Doch Aminghausen will sich als „eigenständiges Dorf“ anscheinend nicht aufgeben:

2013/14 entwickelte das Forum Aminghausen e.V. mit der ARGE Dorfentwicklung ein Dorfentwicklungskonzept (siehe dorf-konzepte.de), das neben vielen weiteren Ideen auch die Sanierung und den Umbau des „Alten Spritzenhauses“ zum Dorfgemeinschaftshaus vorsieht – mit Dorf-Café, multifunktionellem Raum für Begegnung, Basteln, Konfirmation, Jugend, Lesungen, dörfliche und private Feiern, Leinwand für Public Viewing, Kunstprojekte, Vorträge, Reparaturcafé, Tauschbörse und vieles mehr.

Obwohl das Alte Spritzenhaus, das zentrale Projekt des Konzepts, schon oft als Location für Partys, Empfänge und Veranstaltungen herhielt wie auch der Verein Forum Aminghausen von den Mindener Stadtwerken bereits 2017 unterstützt wurde zwecks „Sanierung des Spritzenhauses als Dorfmittelpunkt, im Rahmen des Projekts Enkeltaugliches Dorf Aminghausen“, konnten sich die rund 50 Bürgerinnen und Bürger, die sich für das Projekt einsetzen, jetzt über eine enorme „Spritze“ vom Bund und Land Nordrhein-Westfalen (NRW) freuen:

Günter Heidemann von der Bezirksregierung Detmold, verantwortlich für Fördermaßnahmen der „Integrierten ländlichen Entwicklung“ in Bielefeld, Gütersloh, Herford und Minden, übergab am 8. Dezember 2018 Bürgermeister Michael Jäcke im Beisein von Ute Kerlen (Vorsitzende des Forum Aminghausen e.V.) einen Förderbescheid in Höhe von rund 88.000 Euro für das Dorf Aminghausen.

Die Bürgerinnen und Bürger, die nun wie das ganze „Dorf“ Aminghausen sich über die Fördermittel von Bund und Land für das geplante Dorfgemeinschaftshaus freuen können – Foto: Stadt Minden

Die gute Nachricht überbrachte Heidemann auch in Anwesenheit von Ortsvorsteher Heinrich Weihe (Leteln-Aminghausen) und des Leiters der Stadtplanung, Malte Wittbecker. „Mit herzlichen Grüßen von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl“ (des Regierungsbezirks Detmold) nahm Mindens Bürgermeister den Bescheid unter dem Applaus der Anwesenden entgegen. „Tolles Engagement soll belohnt werden. Und auch wenn es etwas länger bis zur Zusage gedauert hat, so ist es doch sehr positiv zu sehen, dass die Förderung nun kommt“, strich Jäcke heraus.

Mit Bezug auf das Sprichwort „Was lange währt, wird endlich gut“ habe die Dorfgemeinschaft knapp zwei Jahre auf den Bescheid gehofft, so Kerlen, die sich ganz besonders über die hohe finanzielle Unterstützung freut. Die Pläne für den Umbau seien gar noch älter als der Antrag. Das 2013/14 mit den Dorfbewohnern erstellte Dorfentwicklungskonzept umfasste am Ende zahlreiche Maßnahmen. Unter anderem stehen auf der Liste Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, die Verbesserung der Schulwegsicherung, die Verbesserung des ÖPNV, Bepflanzungen und die Förderung von erneuerbaren Energien. Einiges sei davon schon umgesetzt worden oder laufe bereits, erklärte die Vorsitzende des Forums.

Da die Übergabe während des 10. Adventszauber Aminghausen am Alten Spritzenhaus stattfand, konnte sich Bürgermeister Jäcke auch einen ersten Eindruck vom Ist-Zustand des Gebäudes verschaffen, das an dem Veranstaltungstag festlich geschmückt war, und feststellen: „Hier gibt es viel zu tun.“

Mit den ersten Arbeiten könne quasi sofort begonnen werden, berichtete Kerlen. Eine Baugenehmigung für den Umbau liege bereits seit Ende 2015 vor. Zunächst solle das Haus entkernt und die Toiletten saniert werden, wo auch die Aminghauser Bürgerinnen und Bürger mit anpacken könnten. 2020 soll das neue Dorfgemeinschaftshaus fertig sein.

Hintergrund

Das „Alte Spritzenhaus“ war viele Jahrzehnte lang Station und Gerätehaus der Löschgruppe Aminghausen der Freiwilligen Feuerwehr in der Stadt Minden. Diese hat seit Februar 2014 ein neues, gemeinsames Feuerwehrhaus mit der Löschgruppe Päpinghausen ganz in der Nähe. Seitdem ist das ehemalige Spritzenhaus ohne neue Nutzung.

Die Stadt Minden hat aus den Maßnahmen des Dorfentwicklungskonzeptes für Aminghausen und nach einer Bereisung für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ einen Förderantrag auf Mittel der ländlichen integrierten Entwicklung gestellt und diesen 2018 noch einmal an die aktuellen Förderrichtlinien angepasst. Entsprechende Eigenmittel wurden in den Haushalt eingestellt. Bund und Land fördern den Umbau mit 65 Prozent der berechneten Kosten in Höhe von insgesamt 135.100 Euro. Die knapp 88.000 Euro Fördermittel teilen sich auf in einen 60-prozentigen Bundes- und einen 40-prozentigen Landesanteil.

Quelle: Pressestelle der Stadt Minden, Wikipedia, Webseiten von Aminghausen (s. Verlinkungen), Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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