Altes Amtsgericht Petershagen sucht neuen Pächter

Kaum wiedereröffnet, schon endet die Gastronomie-Geschichte wieder - Altes Amtsgericht in Petershagen schließt zum 31. Dezember 2017 "Rast im Knast"-Restaurant

Das historische Alte Amtsgericht Petershagen hat anscheinend Pech mit Pächtern fürs innenliegende Café und Restaurant – nun wird ein weiteres Mal ein Nachfolger gesucht – Archivfoto: onm

„Das Gebäude fasziniert mich – das Alte Amtsgericht in Petershagen“, hieß es bis vor Kurzem auf der Website „Café Restaurant Knasthotel – Zur freien Zelle“ des gebürtigen Petershäger Helmut Botterbrodt. Und Alexander von Eye, Petershäger Unternehmer aus der Automobilbranche, stieg am 1. September dieses Jahres als neuer Geschäftsführer mit ein. Doch Botterbrodt kündigte seinen Vertrag zum 31. Dezember 2017, bestätigte die Stadtverwaltung gegenüber dem Petershäger Anzeiger. Nun sucht die Stadt Petershagen wieder einen neuen Pächter für die Gastronomie im Alten Amtsgericht.

„Nach aktuellem Stand ist das mit erheblich finanziellen Mitteln der Stadt umgestaltete Restaurant im Alten Amtsgericht demnach im Anschluss an die angekündigte Silvesterparty geschlossen“, erklärt der Petershäger Anzeiger unter anderem in einem Facebook-Post. Auch in einem Telefonat am 30. Dezember mit Redaktionsleiter Christian Meier, der letztens den Lokalanzeiger von zwei älteren Damen übernahm, die sich nach rund 30 Jahren in den Ruhestand verabschiedeten, bestätigte dieser die angekündigte Schließung.

Dabei wurde die Gastronomieeinheit passend zum Verein und Hotel „Rast im Knast“ (siehe Fotos und Beschreibung in unserem Bericht über Petershagen) doch erst am 1. Mai 2016 mit Pächter Botterbrodt wiedereröffnet, worauf der eigens dafür gegründete Förderverein „Altes Amtsgericht Petershagen“ und heimische Handwerksbetriebe fleißig hinarbeiteten. Zur Neueröffnung herrschte reges Treiben (siehe Bericht und Fotos Petershäger Anzeiger).

Doch schon nach kurzer Zusammenarbeit habe sich Inhaber Botterbrodt dazu entschieden, das Restaurant allein weiterzuführen, erklärte von Eye gegenüber dem Petershäger Anzeiger, und kündigte den Vertrag mit der Stadt Petershagen zum Ende dieses Jahres. Im Trendjournal findet sich bereits eine Anzeige mit folgendem Inhalt:

„Neuverpachtung Kulturzentrum Altes Amtsgericht mit Gaststätte und ‚Rast im Knast‘

Für das Objekt wird ein neuer Pächter mit gastronomischem Konzept gesucht. Erfahrungen im Bereich Gastronomie sind erwünscht. Detailinformationen sind unter www.petershagen.de/aktuelles zu finden. Die Neuverpachtung erfolgt in einem nichtförmlichen Interessenbekundungsverfahren. Die Abgabefrist für die Interessenbekundung mit gastronomischem Konzept endet am 31. Januar 2018.

Weitere Auskünfte und Unterlagen erhalten Sie bei Herrn Scheumann, Tel. 05702 / 82 21 62, E-Mail: d.scheumann@petershagen.de, Stadt Petershagen, Schloßfreiheit 2-4, 32469 Petershagen.“

Unter der angegebenen Webseite der Stadt Petershagen findet man aktuell allerdings nur eine alte Anzeige zur Neuverpachtung von 2015. Aber die Beschreibung dürfte in ungefähr dem heutigen Zustand entsprechen:

„Das Pachtobjekt umfasst unter anderem Cafeteria/Gaststätte mit Biergarten, 114 qm großen Saal mit Bühne und Vestibül, historischen Schöffensaal, 2 Gruppenräume und 2 Ausstellungsräume sowie Übernachtungsbetrieb in Kooperation mit dem Verein ‚Rast im Knast‘.“

Warum Botterbrodt, geboren und aufgewachsen im Elternhaus in Ilserheide, der nach 20 Jahren im Gastronomiegewerbe in Bielefeld vor gar nicht allzu langer Zeit in seine Heimat zurückkehrte und „zurück zu den Wurzeln“ gehen wollte, das Café und Restaurant im Alten Amtsgericht Petershagen nach nur 20 Monaten aufgibt, ist noch ungeklärt. Im Cache seiner Website heißt es jedenfalls, dass er damals zusammen mit den Vereinen „dem antiken Gebäude neues Leben einhauchen und gemeinsam auch die Knastzellen für eine ungewöhnliche Unterkunft herrichten“ wollte.

Unterkünfte und Gastronomie sind hergerichtet. Doch das Feuer für den Weiterbetrieb scheint erloschen zu sein. Und was ist schon ein „Knast“-Hotel ohne Frühstücks- oder Mittagsangebot? Überhaupt liegt das Alte Amtsgericht mitten in der Innenstadt. Nun hofft die Stadt Petershagen jedenfalls, möglichst schnell einen neuen Pächter zu finden.

Quelle: Petershäger Anzeiger, Website von Helmut Botterbrodt, OctoberNews


Für ON zahl ich freiwillig
WERBUNG:
Diesen Bericht empfehlen/teilen:
Dieser Bericht wurde 262 mal gelesen. Vielen Dank! Und hier finden Sie weitere:

1 Kommentar zu “Altes Amtsgericht Petershagen sucht neuen Pächter

  1. Hahn
    05.01.2018 at 23:36

    Schade.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.