Alte Scharnpassage ist bald Geschichte in Minden

Abbrucharbeiten am Scharn beginnen am 4. Dezember - neues Geschäftsgebäude im alten Rathaustrakt in der Mindener Innenstadt soll voraussichtlich erst Ende 2019 fertiggestellt sein

Erste Baufahrzeuge liefern am 1. Dezember 2017 jede Menge Bauzäune an, um den Innenhof „Am Rathaus“ und sämtliche Zugänge zur Einkaufsmeile Scharn abzusperren – Foto: Jürgen Schnake

Nun wird es ernst in der Mindener Innenstadt. Die ersten Bauzäune zur Absperrung des Rathaus-Innenhofs werden am 1. Dezember montiert. Denn am 4. Dezember 2017 kommt die Abrissbirne zum Scharn. Es geht an die ersten Gebäude, und wieder stören Baumaschinen das Weihnachtsgeschäft. Die historische Scharnpassage und der alte Innenhof „Am Rathaus“ sind zuerst an der Reihe und damit in wenigen Tagen Geschichte.

Ursprünglich schon ab dem 27. November geplant (siehe unser Bericht), kündigt die Stadt Minden nun Abbrucharbeiten für die 49. Kalenderwoche an. Um den begonnenen Weihnachtsmarkt auf Scharn und Marktplatz so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, werden ab Montag zunächst die flachen Gebäude „Am Rathaus“ beseitigt.

Die hier von oben zu sehenden flachen Gebäude im Innenhof „Am Rathaus“ sind bald Geschichte in der Mindener Innenstadt, wobei es sich hier um ein Archivfoto der Stadt Minden handelt

In diesen Gebäuden befanden sich damals Cafés, Modeboutiquen und viele weitere kleine Geschäfte, deren Ladenbesitzer zwischenzeitlich das Feld räumen mussten für die großen Umstrukturierungspläne der Stadt.

Der Rathaus-Innenhof an sich sieht auch nicht viel besser aus, wie man den aktuellen Bildern von Kommunalberater Jürgen Schnake entnehmen kann, der sich heute freundlicherweise für uns auf den Weg gemacht hat:

Außerdem wird die ehemalige Kleingeschäfte-Meile in der angrenzenden Scharnpassage dem Erdboden gleichgemacht, wo sich beispielsweise der beliebte Teeladen „Die Kräuterhexe“ befand.

Lediglich im Rathausinnenhof wird entlang der Rathausrückseite ein Fußweg freigehalten, sodass der Ausgang/Eingang von der bzw. zur Bürgerhalle zum Innenhof noch benutzt werden kann von den Stadtangestellten, die ihre Autos auch weiterhin in die Rathaustiefgarage fahren können.

Die „Dame“, die am 28. September 2014 noch so nett Passanten in der Scharnpassage empfing, steht schon lange nicht mehr an ihrem Platz, seitdem die kleinen Geschäfte den großen Plänen der Stadt Minden weichen mussten – Archivfotos: onm

Und das alles, damit das Unternehmen Procom Invest GmbH & Co. KG sein geplantes Geschäftshaus, wo die Drogerie Müller einziehen soll, in einem einzigen Gebäudeabschnitt des Rathauses am Scharn umsetzen und die Mindener Stadtverwaltung Büroeinheiten im zweiten und dritten Obergeschoss sowie im Dachgeschoss des gleichen Gebäudetrakts anmieten kann?

Nicht ganz, denn „die Realisierung des Bauvorhabens trägt zu einer Aufwertung der Innenstadt bei“, erklärt die Stadt Minden. Auf Deutsch: Wenn schon über 17 Millionen Euro von Procom investiert werden, dann soll auch das Umfeld stimmen. Und das strahlt zurzeit noch den architektonischen „Charme“ der 1970er Jahre aus, soweit man die nun leerstehende Scharnpassage so bezeichnen kann.

Und so sieht die Scharnpassage am 1. Dezember 2017 aus: Alle Geschäfte sind leer. Und der Zugang zum Scharn ist bereits durch einen Bauzaun versperrt – Fotos: Jürgen Schnake

Im Januar 2018 soll dann der Abriss des besagten Rathaustrakts beginnen, der sich bis Ende Februar hinziehen kann. Im Anschluss soll dann mit dem Bau des neuen Geschäfts- und Bürokomplexes begonnen werden, der nach aktueller Planung bis Ende 2019 fertiggestellt sein soll. Ob die Drogeriekette Müller wie geplant also schon im Frühjahr 2019 ihr Geschäft eröffnen kann, bleibt fraglich.

Vom Weihnachtsmarkt aus in die verwunschene Gasse der Scharnpassage blicken? Damit ist ab sofort Schluss während der Abriss- und Bauarbeiten – Foto: Jürgen Schnake

Im Übrigen bittet die Stadt Minden die betroffene Nachbarschaft um ihr Verständnis für die bevorstehenden Belastungen. Trotz aller zu treffenden Vorkehrungen und Einhaltung des Standes der Technik durch eine Fachfirma werden die Abbrucharbeiten wohl mit Umwelteinwirkungen durch Lärm, Staub und Erschütterungen verbunden sein.

Zudem sei nach Mitteilung des Bereiches Bauen und Wohnen mit Immissionen zu rechnen, die die Untere Bauaufsichtsbehörde der Stadt Minden im Zusammenwirken mit dem Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke als Immissionsschutzbehörde überwachen wird.

Wer den Mindener Weihnachtsmarkt 2017 also noch ohne Abbruchlärm und Staub erleben möchte, der sollte den Besuch auf dieses Wochenende 2./3. Dezember legen.

Quelle: Pressestelle Stadt Minden, OctoberNews


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