415 Goldmedaillen für Qualitätshonig aus Westfalen-Lippe

Honige weisen in 2017 ausgezeichnete Qualität auf - Honigmarkt am 22. Oktober 2017 in Bad Salzuflen mit Prämierung der besten Honige aus Westfalen und Lippe

Eine Region, in der Honig fließt, muss sehr fruchtbar sein – und in Westfalen-Lippe wird er zu Gold – Archivfoto: onm

Honig aus Westfalen-Lippe weist auch im Jahr 2017 eine hervorragende Qualität auf, teilt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (NRW) mit nach der Honigbewertung des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker. 415 Honige aus der Region bekamen Goldmedaille.

Mehr als 30 anerkannte Honigprüfer vom Landesverband Westfälischer und Lippischer Imker e.V., Bienenexperten der Landwirtschaftskammer NRW und viele ehrenamtliche Helfer analysierten, prüften und kosteten vom 1. bis 3. September im Bildungszentrum der Landwirtschaftskammer in Münster-Wolbeck 1014 Honig-Lose (Honigproben) mit je drei Pfundgläsern. Schon an den ersten beiden Tagen überprüften die Honigsachverständigen rund 3000 Gläser Honig. Mit dieser starken Beteiligung sei die Honigbewertung in der Region Westfalen-Lippe die größte in ganz Deutschland. Dabei haben die Gutachter knapp 1,5 Tonnen Honig bewegt (ein Imkerglas mit 500 Gramm Honig wiegt 741 Gramm).

Für die hervorragende Qualität des westfälischen Honigs spreche, dass mehr als ein Drittel aus dieser Region Spitzenwerte erreichten: 415 (40,92 Prozent) wurden mit der Goldmedaille, 254 (25,05 Prozent) mit der Silbermedaille und 72 (7,10 Prozent) mit der Bronzemedaille ausgezeichnet (siehe auch Honigbewertungen auf der Webseite des Imkerverbands Westfalen-Lippe).

Qualitätshonig im Imker-Honigglas, das Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes, darf maximal 18 Prozent Wasser enthalten. Ein niedriger Wassergehalt garantiert eine lange Haltbarkeit des Produktes und gibt Aufschluss darüber, ob der Honig lange genug in den Bienenvölkern reifte. Im Durchschnitt beinhalteten die Proben einen Wassergehalt von 16,5 Prozent. Mit der Honigbewertung sollen vor allem die hohe Qualität regionaler Honige gesichert sowie die Imker geschult und informiert werden. Neu-Imker dürfen erst nach einem Sachkundenachweis das Warenzeichen des Deutschen Imkerbundes nutzen.

Was einen ausgezeichneten Honig aus Westfalen-Lippe ausmacht, bewerteten Sachverständige in Münster – Foto: Landwirtschaftskammer NRW

Weitere chemische Analysen werden in den nächsten Wochen durchgeführt. So gibt die Bestimmung des Enzyms Invertase Aufschluss über die Reife und Naturbelassenheit des Produkts. Lagerschäden oder eine unsachgemäße Erwärmung beispielsweise führen zur Zerstörung des hitzeempfindlichen Enzyms. Über die strengen Anforderungen des Deutschen Imkerbundes hinaus werden die Honige auf Rückstände untersucht. Neben Varroaziden, die durch die Behandlung der Bienenvölker gegen die parasitische Milbe Varroa in den Honig gelangen können, bestimmen die Analytiker auch Rückstände aus dem Pflanzenschutz.

Denn wie sich unter anderem herausstellte, hat Ende April 2017 die polnische Zulassungsbehörde das Pflanzenschutzmittel „Lumiposa“ mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole für die Saatgutbehandlung von Winterraps zugelassen. Das Mittel wurde in Deutschland zwar nicht zugelassen, jedoch darf nach EU-Recht und deutschem Recht entsprechend behandeltes Saatgut nach Deutschland importiert und hier ausgesät werden. Daraufhin nahm der Deutsche Imkerbund sofort mit dem BVL als auch mit dem zuständigen Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Kontakt auf und forderte nähere Informationen zum Bienenschutz – wobei ausdrücklich an die verheerenden Bienenschäden von rund 12.000 Völkern 2008 im Oberrheingraben durch mangelhaft gebeiztes Rapssaatgut erinnert wurde. Aber auch gentechnisch veränderte Maissorten bereiten den Imkern Probleme. (Näheres siehe D.I.B. Aktuell, Ausgabe August 4/2017).

Hinzu kommt der Bienenklau, der immer mehr um sich zu greifen scheint, wie man unseren Berichten Deutsch lernen, Honig und Feen im Garten Tausendschön sowie Bienenvölker in Petershagen gestohlen – Zeugen gesucht entnehmen kann. Auch vor illegalen Geschäften mit tonnenweise Honig scheint man zurzeit nicht gefeit zu sein, wie ein Bericht der Neue Zürcher Zeitung vom 8. August aufzeigt.

Honigmarkt in Bad Salzuflen

Plakat Honigmarkt

Auf dem Honigmarkt in Bad Salzuflen hingegen werden nur Honige prämiert werden, die frei von Rückständen sind. Der diesjährige Honigmarkt findet am 22. Oktober 2017 von 9.30 bis 18 Uhr in und um das Kurhaus Bad Salzuflen statt.

So startet um 10 Uhr die Prämierung der besten Honige aus Westfalen und Lippe, während draußen buntes Markttreiben mit zahlreichen Imkereiprodukten herrscht.

Außerdem werden im Kurhaus ab 13 Uhr (Eintritt 10 Euro) renommierte Referenten Fachvorträge halten.

Alle Informationen zum Programmablauf und den Vorträgen findet man auf der Webseite des Landesverbands Westfälischer und Lippischer Imker e.V. unter der Rubrik Honigmarkt.

Veranstaltungsort:
Kurhaus Bad Salzuflen
Parkstr. 26, 32105 Bad Salzuflen (Google Maps)


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