20. IHK-Lagebericht Minden-Lübbecke – Kleinunternehmen einbeziehen

Konjunkturelle Lage in der Minden-Lübbecker Wirtschaft ist derzeit gut - Ausbildungsfindung immer wichtiger - mehr Gewerbeabmeldungen im ländlichen Bereich

IHK Akademie Zweigstelle Minden
IHK-Zweigstelle Minden stellt 20. Lagebericht für den Kreis Minden-Lübbecke vor – Foto: onm

Bevor weitere Informationsangebote für die Ausbildungsplatzsuche aufgebaut werden, ist zu überlegen, ob bestehende Angebote weiterentwickelt und auch kleinere Unternehmen mit einbezogen werden können, geht aus dem 20. Lagebericht der IHK-Zweigstelle Minden hervor, der am 22. Juni 2016 veröffentlicht wurde.

Der 52 Seiten umfassende, aktuelle Lagebericht der Mindener Zweigstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld enthält eine Zusammenstellung vieler und sehr unterschiedlicher Informationsmöglichkeiten – mit besonderem Augenmerk auf die Ausbildungssituation im Kreis Minden-Lübbecke.

Angesichts der hohen Zahl der Ausbildungsabbrecher, der abnehmenden Schülerzahlen und des verstärkten Drangs Richtung Studium würde es für Unternehmen generell immer schwieriger, angebotene Ausbildungsstellen passend zu besetzen. „Informationsangebote grundsätzlich zu finden, kann für Jugendliche nicht das Problem sein. Es ist aber nicht einfach, durch den Informationsdschungel zu navigieren und das passende Informationsangebot für sich persönlich zu finden”, meint IHK-Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting.

Der Ausbildungsfindung komme deshalb eine immer größere Bedeutung zu. Der Zukunft gehören unter anderem Internetbörsen, WhatsApp-Nutzungen, crossmediale Ansätze, praktische Übungen, das stärkere Zusammenrücken von Schulen und Unternehmen, Schnuppernachmittage, das persönliche Gespräch mit bereits in der Ausbildung stehenden Jugendlichen und das stärkere Eingehen auf die individuelle Situation der Ausbildungsinteressierten.

Neben dem Schwerpunktthema enthält der Lagebericht eine Einschätzung zur konjunkturellen Situation und aktuelle Wirtschaftsdaten. Die derzeitige konjunkturelle Lage in der Minden-Lübbecker Wirtschaft sei gut. Es bestehe eine allgemein hohe Binnennachfrage und die Gesamtumsätze beim verarbeitenden Gewerbe entwickeln sich mit einer Steigerung von 6,4 Prozent (Januar bis April 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).

Anders sehe es da in der Region Ostwestfalen aus, hier sei nur mit einer Steigerung des verarbeitenden Gewerbes von 2,2 Prozent zu rechnen und im gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) sogar mit einem Rückgang von 1,8 Prozent.

Mit 86 Unternehmens-Insolvenzen im Jahr 2015 sei im Mühlenkreis gegenüber dem Vorjahreszeitraum (124) ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, im ersten Quartal 2016 laut Lagebericht jedoch 5,3 Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die meisten davon waren in Bad Oeynhausen, Minden, Petershagen, Porta Westfalica und Rahden.

Im Ausbildungsjahr 2015 bestand eine positive Bilanz. Kreisweit konnten bis zum 31. Dezember bei der IHK 1.417 Ausbildungsverträge neu gelistet werden, somit 5,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum 2014. Die Zunahme lag NRW-weit bei 0,7 Prozent.

In Zukunft würden sich jedoch einige wichtige Rahmenbedingungen ändern. Damit verbunden wäre beispielsweise der Rückgang der Erwerbspersonenzahl bis zum Jahr 2040 gegenüber 2014 im Kreis Minden-Lübbecke um 18,2 Prozent.

Zudem würden die Zinsen und Energiepreise nicht dauerhaft auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben.

Die Gewerbesteuer habe 2015 bundesweit um 5,6 Prozent zugenommen. Während vor allem Kommunen in wirtschaftsstarken Regionen Überschüsse erwirtschafteten, schafften viele andere nicht den Haushaltsausgleich aus eigener Kraft.

Die IHK macht darauf aufmerksam, dass für die Jahre 2017 bis 2020 durchgehend jedes Jahr gesamtstaatlich ein Einnahmerekord prognostiziert wird. Deshalb sollten die Kommunen mit einer Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes zurückhaltend sein.

Doch es bestünden weiterhin problematische Entwicklungen in den ländlichen Kommunen des Kreises Minden-Lübbecke. Hier lägen oft mehr Gewerbeabmeldungen als -anmeldungen vor, finden sich die größten prozentualen Bevölkerungsrückgänge und es bestehe die geringste einzelhandelsrelevante Kaufkraft und Zentralität.

Der 20. Lagebericht der IHK-Zweigstelle Minden steht als PDF-Datei zum Download Verfügung. Rückfragen können an Christa Becker telefonisch unter 0571 / 38 53 811 gerichtet werden oder per E-Mail an zweigstelle.minden@ostwestfalen.ihk.de. Weitere Informationen und Veranstaltungshinweise der IHK Akademie findet man auf der Website der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld.

Hinweis ON:
Die genannten Prognosen der IHK wurden unberücksichtigt der Abstimmung am 23. Juni 2016 Großbritanniens über den beabsichtigten EU-Austritt, auch “Brexit” genannt, getroffen.

Textquelle: Pressemeldung IHK Minden


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