Sternsinger segnen Rathaus Minden

Bürgermeister Michael Jäcke wurde am 6. Januar 2016 erstmals vom Heischebrauch der Dreikönigssänger überrascht

Sternsinger Minden

Sternsinger der Domgemeinde Minden übergaben an „Heilige Drei Könige“ erstmals den Segen an Neu-Bürgermeister Michael Jäcke – Foto: Stadt Minden

Sieben junge Sternsinger der Domgemeinde Minden haben am heutigen 6. Januar 2016 – dem Tag der „Heiligen Drei Könige“ – Bürgermeister Michael Jäcke einen Besuch abgestattet und das Mindener Rathaus gesegnet.

Als Heilige Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar verkleidet überbrachten die Kinder den Segen „Christus Mansionem Benedicat 2016“ (auf Deutsch: „Christus segne dieses Haus“). Bürgermeister Jäcke freute sich über seine jungen Gäste, die er erstmals nach seiner Wahl im September 2015 im Rathaus begrüßen durfte. Anschließend wurde der Segen über einer Eingangstür des Rathaus-Neubaus (Deilmann-Bau, siehe Bericht mit Umfrage) am Kleinen Domhof unter Begleitung eines Liedes angebracht.

Sternsinger Holzschnitt Nuernberg - Kuenstler unbekannt - gemeinfrei Wikipedia

Nürnberger Holzschnitt aus dem 17. Jahrhundert – Grafik: Künstler unbekannt, gemeinfrei, Wikipedia

Als „Sternsinger“ bezeichnet man drei als Heilige Drei Könige gekleidete Menschen, die in der Zeit der zwölf Weihnachtstage vom 25. Dezember bis zum 6. Januar Geld für wohltätige Zwecke sammeln. Der sogenannte „Heischebrauch“ ist ab dem 16. Jahrhundert (Norwegen 1563) nachweisbar und wird auch als „Dreikönigssingen“ bezeichnet.

So existiert beispielsweise ein Nürnberger Holzschnitt aus dem 17. Jahrhundert des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg aus einem im Museum vorhandenen Katalog mit zum Abdruck bestimmten, geschnittenen Holzstöcken vom 15. bis 18. Jahrhundert. Die Abbildung (s. li.) zeigt den zweiten Teil aus Seite 79 des 827. Heftes.

Ursprünglich verloren im Norden mit dem Beginn des Protestantismus die Klosterschulen ihr Einkommen, da die Regierungen klösterliches Land und Güter an sich nahmen. Die Klosterschüler nutzten in der Not die Gelegenheit, mittels Sternsingen Spenden zu sammeln. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde es dann zunehmend als Form von Bettelei von den Behörden verboten – der Brauch starb vielerorts nahezu aus. In den 1920er Jahren kam das Sternsingen an einzelnen skandinavischen Orten wieder neu auf und ist seitdem in vielen Ländern zu finden.

Nach altem Brauch werden am „Epiphaniefest“ (6. Januar) in katholisch geprägten Regionen die Häuser gesegnet – oft in Verbindung mit dem Besuch der Sternsinger. Auf den Türsturz zeichnete man damals mit geweihter Kreide das Zeichen 20*C+M+B+16 (ein Stern für den Stern von Betlehem, drei Kreuze für den Dreifaltigen Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist, und die Jahreszahl). Kreide kommt zwar heutzutage meist aus praktischen Gründen nicht mehr zum Einsatz, dafür fertig gedruckte Aufkleber.

Die weltweit kirchliche Aktion hat auch in Minden seit Jahrzehnten Tradition. So zogen die Sternsinger bereits zum 58. Mal um die Häuser, dieses Jahr unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Respekt für dich, für mich, für andere – in Bolivien und weltweit!“, das das Kindermissionswerk und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ausgegeben haben.

„Viel zu oft werden Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt respektlos behandelt – auch in Bolivien, dem diesjährigen Beispielland“, so das Kindermissionswerk. Jährlich können mit den Mitteln aus der erfolgreichen Spendensammel-Aktion mehr als 1.600 Projekte für Not leidende Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützt werden.

Quelle: Pressemeldung Stadt Minden, Wikipedia


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