Sommerzeit: Lippe warnt vor vermehrten Wildunfällen

Untere Jagdbehörde Kreis Lippe: Umstellung auf Sommerzeit erhöht Risiko für Wildtierunfälle - Kraftfahrer sollten Geschwindigkeit drosseln - Tipps bei Wildunfall

Gerade bei Fahrten durch Waldgebiete sollten Verkehrsteilnehmer derzeit besonders aufmerksam unterwegs sein und auf Wildtiere am Straßenrand achten – nicht nur dort, wo Straßenschilder „Achtung Wildwechsel“ aufgestellt sind – Symbolfoto: Kreis Lippe

Die Untere Jagdbehörde des Kreises Lippe weist darauf hin, dass das Risiko für Wildunfälle nach Umstellung auf die Sommerzeit ansteige. Kraftfahrzeugfahrer sollten in den nächsten Wochen vor allem in den Morgen- und Abendstunden besonders aufmerksam auf Deutschlands Straßen unterwegs sein und die Geschwindigkeit reduzieren.

In der Nacht vom 25. auf den 26. März 2017 erfolgte die Umstellung eine Stunde vor auf Sommerzeit – eine Zeit, in der der morgendliche Berufsverkehr und die Dämmerung für mehrere Wochen zusammenfallen. Der Wildwechsel findet somit in den verkehrsstarken Zeiten statt. Außerdem sind nach dem Winter die Notreserven der Wildtiere aufgebraucht, klärt die Lipper Jagdbehörde auf. Frisches Grün und Streusalzreste (rund 100.000 Tonnen Streusalz landen jährlich auf NRWs Straßen) locken dann vor allem Rehe an die Straßenränder. Hinzu kommen die Revierkämpfe der Tiere, bei denen junge Rehböcke vertrieben werden.

Aufprallgewicht von Wildtieren, wenn sie mit einem Pkw kollidieren – Grafik: ADAC e.V.

Verkehrsteilnehmer (nicht nur im Kreis Lippe, sondern auch in Minden-Lübbecke, OWL, NRW und ganz Deutschland) sollten also besondere Vorsicht walten lassen. Gerade auf Landstraßen, an Feldern und in Waldgebieten sei es ratsam, mit entsprechend reduzierter Geschwindigkeit zu fahren.

Die Untere Jagdbehörde des Kreises Lippe und der ADAC raten diesbezüglich zu folgenden Verhaltenstipps:

  • Taucht Wild am Straßenrand auf:
    Hupen, kontrolliert bremsen (sodass der Wagen nicht ins Schleudern gerät) und Abblendlicht einschalten. Achtung: Rehe, Hirsche und Wildschweine sind meist nicht allein unterwegs. Einmal kurz hupen führt in der Regel dazu, dass Tiere weglaufen und den Weg freimachen.
  • Bei unvermeidbarer Kollision mit einem Wildtier:
    Lenkrad gut festhalten, auf der Spur bleiben und bremsen, und so schnell wie möglich anhalten. Unkontrollierte Ausweichmanöver können schlimme Folgen haben, auch für andere Verkehrsteilnehmer. Es kommt dann zwar zum Zusammenstoß mit dem Tier und Tier und Auto werden Schaden nehmen. Jedoch ist das Verletzungsrisiko für die Unfallteilnehmer deutlich geringer, als wenn man dem Tier ausweicht und der Wagen mit einem anderen Kraftfahrzeug, Baum, Radfahrer oder Fußgänger kollidiert.
  • Nach einem Unfall:
    Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Unfallstelle absichern, Verletzten helfen und Polizei informieren. Dabei sollte man unbedingt die eigene Sicherheit beachten. Das verletzte Tier weder berühren noch verfolgen oder gar mitnehmen: Verletzungsgefahr für den Menschen und Todesangst für das Wildtier drohen. Wer sich Wild aneignet, macht sich zudem der Wilderei schuldig, Strafanzeige droht.
  • Wenn das Tier verletzt wurde, aber wieder im Wald verschwindet,
    ist trotzdem die Polizei zu informieren. Diese verständigt dann den Revierinhaber, der eine Unfallbescheinigung für die Versicherung ausstellt. Das ist wichtig für den Schadensersatzanspruch. Der Revierinhaber muss auch das angefahrene Tier aufspüren und je nach Schwere der Verletzung von seinem Leid erlösen.

Welche Kräfte auf das Fahrzeug einwirken, wenn Wildtiere aufschlagen, verdeutlicht eine Grafik (siehe oben) des Allgemeinen Deutschen Automobil-Club e.V. (kurz: ADAC) von Oktober 2013. Dass, je schneller ein Fahrzeug unterwegs, umso weiter der Bremsweg ist, dürfte jedem Kraftfahrzeugfahrer bekannt sein, kann man aber in einem ADAC-Bericht nochmals nachlesen.

Quelle: Pressemeldung Kreis Lippe, ADAC e.V., OctoberNews


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