Mit Soli-Broten der Politik „eine schmieren“

Spezialauftrag für GreenFairPlanet aus Minden: Food-Aktivisten schmierten 6000 Stullen für Demonstranten vor dem Bundeskanzleramt gegen die Milchkrise

Soli-Brote schmieren

6000 Brotscheiben haben Foodaktivisten aus Minden und Berlin für engagierte Demonstrierende vor dem Bundeskanzleramt und der Heinrich Böll Stiftung als Zeichen der Solidarität geschmiert – Fotos: Elisabeth Schmelzer

Mehr als 100 Helfer aus Minden-Lübbecke bestrichen 6000 Scheiben „Soli-Brot“ zur Unterstützung von rund 23.000 Bauern, die unter anderem vor dem Bundeskanzleramt in Berlin gegen die Milchkrise demonstrierten. Mit dieser Aktion sollte seitens GreenFairPlanet e.V. aus Minden der Politik symbolisch „eine geschmiert“ werden.

Am 15. Januar 2016, während der „Schnippeldisco“ am Abend vor der „Wir haben es satt!“-Demonstration des Mindener Vereins GreenFairPlanet beschmierten 22 Food-Aktivisten aus Minden gemeinsam mit zahlreichen Besuchern der Schnippeldisco aus dem Kreis Minden-Lübbecke und Slow Food Youth aus Berlin 5000 Stullen (wie beschmierte Brote in Berlin genannt werden) von Berliner Bio-Bäckern mit Butter aus der Upländer Bauernmolkerei. Hinzu kamen 1000 Scheiben Brot für Veganer.

Badu u. Elisabeth

Badu (li.) und Elisabeth Schmelzer (GreenFairPlanet) lieben Bio-Lebensmittel – auf ihre „Soli-Brote“ kam ausschließlich Bio-Süßrahmbutter der Upländer Bauernmolkerei

Mit der Verteilung dieser 6000 Stullen und 1000 Rosinenbrötchen an die Demonstrierenden unterstützten sie die „Wir haben Agrarindustrie satt!“-Großdemonstration von rund 23.000 Bäuerinnen und Bauern sowie engagierten Menschen aus ganz Deutschland, die – angeführt von 130 Traktoren – gemeinsam vor dem Bundeskanzleramt und der Heinrich Böll Stiftung in Berlin demonstrierten, und zeigten ihre Solidarität.

Brote schmieren

22 Foodaktivisten aus Minden beschmieren „Soli“-Brotscheiben

Damit sollte der von der Politik verursachten „Milchkrise“ symbolisch „eine geschmiert“ werden. Denn viele Landwirte machten Verluste, weil die Preise für Milch im Keller seien, so die Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft. Politik, Molkereien, Aldi und Co. würden die Milch sozusagen „verramschen“ (siehe dazu NDR-Bericht).

Der Verein aus Minden hat die Fahrt zur „Schnippeldisco“ mit am Samstag (16. Januar 2016) anschließender „Wir haben es satt!“-Demo zum sechsten Mal organisiert – in diesem Jahr die Bahnfahrt für 100 Personen.

Zwei Tonnen Gemüse, die aus optischen Gründen nicht im Handel verkauft werden konnten, wurden während dieser nach Aussage der Organisatoren „größten Schnippeldisco der Welt“ am Vorabend ihrer Demonstration bei Musik und guter Laune von mehr als 1500 Menschen geschnippelt und gekocht. Unter Ihnen waren am Freitagabend 100 Mindenerinnen und Mindener. Veranstalter der „Schnippeldisco“ war zum fünften Mal Slow Food Youth Deutschland.

„Die Kartoffeln, Rüben, Möhren, Zwiebeln und Co. von Bauernhöfen aus der Region hätten es sonst nicht auf unsere Teller geschafft, weil sie zu klein, zu groß, zu dick, zu dünn oder zu krumm gewachsen sind“, erklärte Elisabeth Schmelzer, Pressesprecherin und Mitorganisatorin von GreenFairPlanet Minden. Seit 16 Jahren verzehrt sie aus Überzeugung ausschließlich Bio-Lebensmittel, verriet sie in einem kürzlich geführten Telefonat.

Unter dem Motto „Topf-Tanz-Talk“ wurde aus ihnen eine leckere vegane Suppe von der Fläming Kitchen mit Wam Kat zubereitet als Protest gegen die untragbaren Seiten des aktuellen Lebensmittelsystems. 3000 Menschen auf der „Wir haben es satt!“-Demonstration wurden mit veganen Speisen aufgewärmt.

Stullen werden verteilt

Die Foodaktivistinnen aus Minden (re. Elisabeth Schmelzer) verteilten die „Stullen“, wie beschmierte Brote in Berlin bezeichnet werden, unter den Demonstranten in Berlin


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