Mindener Wirtschaft hofft auf Symbiose mit Politik und Verwaltung

IHK-Meinungsaustausch mit Beigeordneten der Stadt Minden: Bursian prüft Machbarkeit eines Innenstadt-Kinos, Stieler-Hinz kümmert sich um Schule und Kulturszene

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Hoffen auf eine gute Zusammenarbeit: (v. li.) Baudezernent Lars Bursian, Bildungsdezernentin Regina-Dolores Stieler-Hinz, Dr. Friedrich-Wilhelm Hillbrand, GF HillEnergy Regenerative Energien, und Sven Hohorst, Geschäftsführender Gesellschafter der WAGO Kontakttechnik, Minden

Die Mindener Beigeordneten Lars Bursian (Städtebau und Feuerschutz) und Regina-Dolores Stieler-Hinz (Bildung, Kultur, Sport und Freizeit) analysierten vergangene Woche bei einer nicht-öffentlichen Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen zu Bielefeld in den Räumen der Firma WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG in Minden die aktuelle Situation in ihren Ressorts und stellten ihre Ziele vor.

Demnach ist Bursian bei der Realisierung eines Kinos im Bahnhofsbereich zurückhaltend und will zunächst die Machbarkeit eines Kinos in der Innenstadt prüfen. Stieler-Hinz will im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf die „Qualitätsoffensive Ganztags“ voranbringen.

Den seit Anfang Oktober 2015 in Minden tätigen Beigeordneten fällt auf, dass die Mindener besonders kritisch mit ihrer Stadt umgehen. Beide hätten aber einen positiven Eindruck von der ostwestfälischen Kleinstadt gewonnen. „Den Mindenern müsse nur angesichts steigender Internetumsätze eindringlicher nahegelegt werden, wieder mehr in der Innenstadt einzukaufen“, so Bursian. Daher plädierte er für eine gute Verkehrsanbindung zur Innenstadt mit Auto, Bus und Fahrrad.

Einen weiteren Tätigkeitsschwerpunkt sieht der Baudezernent auf dem rechten Weserufer rund um den Bahnhof. Von den Mindener Unternehmen wurde er in der Veranstaltung auf die notwendige Lösung der nicht einfachen Parksituation am Bahnhof hingewiesen. Darüber hinaus bestehe in der Wirtschaft der Eindruck, dass sich in den letzten Jahren in Minden eine Vielzahl ungelöster städtebaulicher Probleme angesammelt hätte.

Laut Bursian sei das Gebäude der ehemaligen Bezirksregierung Minden (auch „Alte Regierung“ genannt, siehe Wikipedia), in dem derzeit noch ein Unternehmen der Deutschen Bahn untergebracht ist, eine nicht barrierefreie Spezialimmobilie. „Wir brauchen eine vernünftige Nachnutzung, möglichst mit Besucherfrequenz. Wir sind mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW im Gespräch“, so Bursian.

Zudem beobachte er die Verkaufsflächenentwicklung in Porta Westfalica-Barkhausen, wisse aber auch, dass Minden und Porta Westfalica zukünftig hinsichtlich vieler Themen einander brauchten. Bei Baugenehmigungsverfahren müssten die Probleme frühzeitig „auf den Tisch“, um Lösungen zu finden.

Stieler-Hinz wies sich als „Fan einer Stadtgröße wie Minden“ aus und sieht darin gute Zukunftschancen. Sie finde in Minden gute Schulstrukturen mit ertüchtigten Gebäuden vor. Es gebe nur eine Sache, die teurer sei als Bildung: keine Bildung. Daher arbeite ihr Bereich derzeit an der Schulentwicklungsplanung für die Sekundarstufen I und II.

Außerdem gebe es ihrer Meinung nach in Minden keine „Demografie-Rendite“ (auf Deutsch: wenn Schülerzahlen zurückgehen und die Anzahl an Lehrern gleich bleibt), sondern die Zahlen sprechen für sich: 426 neu zugewiesene Schüler, davon 145 im Primärbereich. Gebildet wurden 30 statt 26 Eingangsklassen. Durch die Flüchtlingssituation sei Minden auf dem Stand von vor zwei Jahren, ergänzte sie. Zu den zentralen Aufgaben gehöre, angesichts der fortschreitenden Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft, mediale Kompetenz in der Bildung zu lehren.

Die Kulturszene in Minden sei stark, so die Bildungs- und Kulturdezernentin weiter. Kultur müsse jedoch als integraler Bestandteil in einer lebendigen Stadtpolitik fest verankert sein. Die demografische Entwicklung und Zuwanderung spiele als neue Zielgruppe hierbei eine wichtige Rolle.

Nachdem Sven Hohorst als Geschäftsführender Gesellschafter das gastgebende Unternehmen WAGO kurz vorstellte, stellte Friedrich-Wilhelm Hillbrand, Vorsitzender des IHK-Umweltausschusses und Geschäftsführer der HillEnergy Regenerative Energien, als Moderator des Meinungsaustausches fest, dass beide Beigeordneten offensichtlich engagiert ihren Job machen würden.

Dahin gehend hofft er auf eine Unterstützung der neuen Dynamik durch Verwaltung und Politik. Dies sei besonders wichtig, weil „Stadt und Wirtschaft im Idealfall eine Symbiose bilden“ würden.

Quelle Text und Foto: IHK in Minden


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