Kreis Lippe stellt Gleichstellungsplan bis 2019 vor

Aus Frauenförderplan wird Gleichstellungsplan - Lipper Landrat und Gleichstellungsbeauftragte wollen gleiche Chancen für Männer und Frauen - und luden zum Jahresempfang ein

Gute berufliche Voraussetzungen für Frauen und Männer gleichermaßen, das wollen Landrat Dr. Axel Lehmann und Gleichstellungsbeauftragte Nicole Krüger und stellen den neuen Gleichstellungsplan für den Kreis Lippe vor

Frauen und Männer in ihrem beruflichen Weiterkommen gleichermaßen zu fördern, das hat sich die Kreisverwaltung Lippe bis 2019 auf die Fahne geschrieben. In der jüngsten Sitzung des Kreistages ist der Gleichstellungsplan einstimmig beschlossen worden und wird nun vorgestellt.

Der Gleichstellungsplan 2016-2019 des Kreises Lippe zeigt auf, wo in den nächsten Jahren Maßnahmen ergriffen werden müssen, um Frauen und Männern gleichermaßen bessere berufliche Möglichkeiten zu bieten. „Aktuell liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei 40 Prozent, das ist das beste Ergebnis, das seit Erhebung der Zahlen erreicht wurde, und spiegelt die positive Entwicklung der jüngsten Zeit wieder. Wir sind auf dem richtigen Weg“, unterstreicht Landrat Dr. Axel Lehmann. „Um die Kreisverwaltung zukunftsfähig aufzustellen, müssen wir vorausschauend und planvoll handeln. Der Gleichstellungsplan unterstützt uns dabei“, betont er.

Insgesamt seien 1425 Personen bei der Kreisverwaltung beschäftigt, abzüglich Auszubildenden und Praktikanten. Der Frauenanteil in der Kreisverwaltung sei mit 60 Prozent relativ hoch. Betrachte man jedoch die Zahlen genau, so falle auf, dass Frauen in wesentlichen Positionen des gehobenen und höheren Dienstes wie auch in Führungspositionen immer noch unterrepräsentiert seien, so Lehmann.

Nicole Krüger, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Lippe, begrüßt trotzdem die Änderung von einem Frauenförderplan zu einem Gleichstellungsplan: „Wir streben eine ausgewogene Repräsentanz in möglichst allen Bereichen an. Uns geht es darum, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern und ihnen neue Chancen zu ermöglichen.“

In den vier Stabsbereichen, die direkt dem Landrat zugeordnet seien, liege inklusive einer freien Stelle der Anteil an weiblichen Leitungskräften bei 67 Prozent. Allerdings finden sich in der Einzelbetrachtung Frauen nicht in den Top-Positionen wieder, so liege der Anteil an weiblichen Führungskräften auf der Ebene der Fachbereichs-, Fachdienst- sowie Eigenbetriebsleitungen und dem Jobcenter Lippe bei nur 23 Prozent.

Neben verstärkten fortbildenden Maßnahmen soll deshalb unter anderem eine Netzwerkstruktur für Frauen in Führungspositionen entstehen, die zielgerichtete Themen, Informationstransfer, Austausch und spezifische Angebote umfasse.

Der Gleichstellungsplan umfasse drei aktuelle Themenschwerpunkte: Bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege, Frauen in Führungspositionen zu fördern und Frauen- und Männerdomänen aufzuweichen.

Die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege gewinne sowohl an Bedeutung als auch an Facetten und sei mehr denn je eine Herausforderung. Dabei solle nicht nur die Lebensgestaltung einer jungen wachsenden Familie berücksichtigt werden, vielmehr liege der Fokus nun auch auf dem Bereich der Pflege.

Viele Personen übernehmen Verantwortung für ihre Eltern oder ältere Menschen, von der Betreuung bis hin zur Übernahme von pflegerischen Tätigkeiten. Die Kreisverwaltung Lippe verfüge in diesem Bereich über ein vielfältiges Angebot, dem nicht zuletzt durch die Endrundenteilnahme am Wettbewerb „Erfolgsfaktor Familie 2016“ des Bundesfamilienministeriums eine Auszeichnung zuteil geworden sei. In diesem Bereich zeige sich, dass dennoch bei der Transparenz zu den vorhandenen Maßnahmen sowie bei einer systematischen und positiven Außendarstellung noch Verbesserungsbedarf bestehe.

Was den Themenschwerpunkt Männer- und Frauendomänen aufweichen angeht, soll eine Arbeitsgruppe Strategien ausgearbeitet werden, um Männer und Frauen für Positionen oder Bereiche zu begeistern, in denen sie im Moment unterrepräsentiert seien. Außerdem nimmt Nicole Krüger unter anderem an Auswahl- und Vorstellungsgesprächen in der Kreisverwaltung teil und wirkt an Verwaltungsentscheidungen mit.

„Ich bin mir sicher, dass wir in vielen Bereichen eine positive Veränderung erreichen können“, so Krüger abschließend. Was eine Gleichstellungsbeauftragte eigentlich so tut, findet man gut beschrieben auf der Webseite der Gleichstellungsstelle des Kreises Lippe.

Der vollständige Gleichstellungsplan ist auf der Webseite des Kreises Lippe (PDF: „Anlage Gleichstellungsplan 2016-2019 4 MB“) abrufbar.

„Die Marke: Ich“ – Erster Jahresempfang der Lipper Gleichstellungsstelle

Auf Theorie folgte auch gleich Praxis. Die Gleichstellungsstelle des Kreises Lippe lud zum ersten Jahresempfang ein:

Sich im Beruf in Szene zu setzen und erfolgreich zu vermarkten, falle vielen Frauen nach wie vor schwer. Berufliche Anforderungen würden mittlerweile über fachliche Kompetenzen hinausgehen. Sich selbst und die eigene unverwechselbare Identität zu präsentieren, sei heutzutage ebenso entscheidend.

Deswegen hat die Lipper Gleichstellungsstelle jetzt unter dem Thema „Die Marke: Ich“ zum Jahresempfang ins Detmolder Kreishaus eingeladen. „Mit dem Jahresempfang wollen wir eine Tradition begründen, mit der wir auch in Zukunft eine Plattform zum Erfahrungsaustausch und zum Netzwerken etablieren möchten“, erklärt Nicole Krüger, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises. „Denn wir stellen fest, dass es weiterhin daran zu arbeiten gilt, echte Chancengleichheit zu verwirklichen. Unsere Gesellschaft und unsere Lebenswelten brauchen daher den Sachverstand, die Kreativität und den Mut von Frauen.“

Gleichstellungsbeauftragte Nicole Krüger, Landrat Dr. Axel Lehmann und Referentin Caroline Krüll (v. li.) freuen sich über das große Interesse am ersten Jahresempfang

Das hochaktuelle Thema lockte rund 200 haupt- und ehrenamtliche Aktive im Bereich Gleichstellung ins Kreishaus. „Ich bin davon überzeugt, dass wir von den Impulsen und Ideen kompetenter Frauen, auch und besonders in Führungspositionen, profitieren können“, begrüßte Landrat Dr. Axel Lehmann die Teilnehmer und zeigte sich erfreut über das große Interesse.

Als Referentin war Caroline Krüll, Marketing-Kommunikationsexpertin, geladen. Sie führte durch den Abend und beschrieb Strategien, wie Frauen ihr Profil besser vermarkten können, um ihre Karriereziele schnell und gradlinig zu erreichen. Krüll machte deutlich, dass Frauen sich ihrer eigenen Marke bewusst werden müssen, um mit einem markanten Profil unverwechselbar zu sein.

Abschließend konnten sich die Teilnehmer über ihre Erfahrungen und Projekte austauschen und die Gelegenheit nutzen, Kontakte zu knüpfen.

Krüger freute sich besonders, dass das Thema ein breites Publikum angesprochen hat und der Jahresempfang als Plattform für einen konstruktiven Austausch genutzt wurde.

Quelle Text und Fotos: Pressestelle Kreis Lippe


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