Konfetti und Urkunden für Ehrenamtliche aus Minden

Museums-Eisenbahn Minden e.V. und Jörg Uwe Niemeyer wurden beim Parlamentarischen Abend 2016 von Bürgermeister Jäcke für ihre ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet

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Preisträger Jörg Uwe Niemeyer, Mitgründer des Kinderzirkus Peppino Poppollo, überraschte Mindens Bürgermeister Michael Jäcke (li.) „traditionell“ mit einem Konfettiregen

Erstmals konnte Bürgermeister Michael Jäcke seit Amtsantritt zum Parlamentarischen Abend 2016 Ehrenamtliche und Freiwillige der ostwestfälischen Stadt Minden für ihre Arbeit danken, auszeichnen und ihnen Urkunden sowie Geldpreise überreichen – und Konfetti schmeißen.

Rund 300 Gäste folgten dem Aufruf der Stadtverwaltung und kamen zum öffentlichen Neujahrs-Empfang am 8. Januar in die Bürgerhalle des Rathauses Minden. Wie bereits in den Vorjahren wurden beim Parlamentarischen Abend die mit jeweils 500 Euro dotierten Preise für ehrenamtliches und freiwilliges Engagement verliehen. Bürgermeister Jäcke zeichnete – stellvertretend für die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich sozial, im Sport, für andere Menschen oder eine Institution engagieren – eine Gruppe und eine Einzelperson aus: den Verein Museums-Eisenbahn Minden und Jörg Uwe Niemeyer.

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Werner Schütte (re.), Vorsitzender des Vereins Museums-Eisenbahn Minden und Jörg Uwe Niemeyer (li.) konnten sich über Preisgelder, Urkunden und Blumen, überreicht von Bürgermeister Michael Jäcke, freuen

Nach dem Besuch eines ökumenischen Gottesdienstes im Mindener Dom begrüßte Bürgermeister Jäcke seine zahlreich erschienen Gäste in der Bürgerhalle und zählte zuerst die Ziele seiner fünfjährigen Amtszeit, beginnend im Oktober 2015, auf: „Ich möchte mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. Ich möchte Minden voranbringen, Ideen sammeln, Projekte planen und umsetzen.“ Hierbei sei er auch auf die Politik angewiesen. Er wolle sich den Herausforderungen stellen, Vorschläge gemeinsam erarbeiten und wünsche sich insgesamt eine gute Zusammenarbeit – über Parteigrenzen hinweg.

In seiner Begrüßung stellte er ein Thema besonders heraus: die Aufnahme, Unterbringung und Integration von Flüchtlingen. „Hier wartet in den kommenden Jahren eine sehr große Aufgabe auf uns.“ Die Kommunen trügen hier die Hauptlast. Zahlreiche Mitarbeiter in den Stadtverwaltungen und eine Vielzahl von Ehrenamtlichen leisteten hier seit Monaten Außergewöhnliches. Die Stadt habe sich dieser Herausforderung gestellt und sei dabei auf „eine überwältigende Resonanz an ehrenamtlicher Hilfe und auf eine große Spendenbereitschaft gestoßen“, hob Jäcke unter großem Beifall hervor. Er dankte allen, die sich aktuell engagieren, und wünschte ihnen, dass „die Kraft dafür noch lange reicht“.

Im Folgenden ging der Bürgermeister auf Projekte in der Innenstadtentwicklung ein: das geplante neue Geschäftshaus am Scharn, das ein Investor bauen möchte, die Wiederbelebung des Hertie-Gebäudes sowie die weitere Sanierung und Neugestaltung der Fußgängerzone. Er wies auch auf den im Dezember 2015 verabschiedeten „historischen städtischen Haushalt 2016“ hin, der erstmals seit 1998 mit einer schwarzen Null abschließe.

Auch konnte er ankündigen, dass die Gourmet-Meile im Sommer möglicherweise erneut auf dem Simeonsplatz stattfinden soll. „Das ist 2015 sehr gut angekommen“, so Jäcke. (Dem können wir nur zustimmen, was den kreisrunden Aufbau und die Band betrifft, siehe Beitrag).

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Der Vorsitzende des Museums-Eisenbahn Minden e.V., Werner Schütte (re.), stellte in seiner kurzen Dankesrede ehrenamtliche Fachkräfte vor, die für den Betrieb der historischen Züge unentbehrlich sind

Sodann ging Bürgermeister Jäcke zum eigentlichen Anlass der Veranstaltung über. Den Gruppen-Preis erhielt – unter anhaltendem Beifall – der Verein Museums-Eisenbahn Minden. Gleich fünf Vorschläge gingen für das langjährige Engagement der Mitglieder im historischen Bahnbetrieb und für das Eisenbahnmuseum im alten Bahnhofsgebäude ein. Seit 1977 ist der Verein bereits aktiv. Schwerpunkt ist die Restaurierung und der Erhalt von historischen Lokomotiven und Waggons. Regelmäßig zwischen April und Oktober sowie im Dezember werden Fahrten angeboten.

„Flaggschiff“ ist der in der Bundesrepublik einmalige Preußenzug, der als „kulturelles Erbe mit nationaler Bedeutung“ gewertet wird und für den es jüngst eine Bundesförderung in Höhe von 80.000 Euro gab. Jäcke verriet in seiner Laudatio, dass er schon mehrfach mitgefahren sei und empfahl allen, die dieses Erlebnis noch nicht hatten: „Unbedingt machen!“

Er wisse, was in den viel bestaunten Zügen und dem gut erhaltenen Bahnhofsgebäude Minden-Oberstadt stecke: „Vor allem viel Arbeit, vermutlich Millionen von Stunden, die von vielen Mitgliedern in fast vier Jahrzehnten geleistet wurden, sehr viel Geld, Fördermittel und Spenden.“ Die Museumseisenbahn spielte sogar in einem internationalen Film eine Rolle und war mehrfach Kulisse für Theaterproduktionen, zum Beispiel für den „Mörderexpress“. Sie fungierte als Studio für TV-Aufzeichnungen und ist ein „rollendes Standesamt“.

Regelmäßig werfen sich die Mitglieder für Fahrten auch in historische Schale, wie Vorsitzender Werner Schütte während seiner Dankesrede eindrucksvoll darbot. Er stellte vier „Fachkräfte“ vor, unter anderem einen Mechaniker, einen Heizer und eine Ticket-Kontrolleurin. Mit großer Freude nahm Schütte eine Urkunde, Preisgeld und einen Blumenstrauß vom Bürgermeister entgegen.

Little Jazz Duo

Das „little jazz-Duo“, Helmut Rinne und Christoph von Storch, sorgte für den musikalischen Rahmen

Der Preis in der Kategorie „Einzelperson“ ging an Jörg Uwe „Itti“ Niemeyer. Er hatte offenbar eine große Fan-Gemeinde mitgebracht, die bei der Nennung des Namens laut jubelnd applaudierte. Niemeyer ist seit fast 30 Jahren ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv sowie Mitgründer des Kinderzirkus „Peppino Poppollo“, engagiert sich seit 1986 bei den Ferienspielen von Stadt und Freizeitmitarbeiterclub und arbeitet als Betreuer und Ausbilder junger Artisten.

Seine „Karriere“ im Zirkus startete Niemeyer als Giraffenmelker. Das Tier aus Pappmaschee hieß „Elfriede“. Später machte er dann als Diabolo-Jongleur und Clown von sich reden. Auch war er an der Erarbeitung eines neuen Konzeptes beteiligt: Aus dem im Kinder- und Jugendkreativzentrum Anne Frank beheimateten Vorführzirkus wurde ein Mitmachzirkus. Das Prinzip von „Peppino Poppollo“ laute: „Jeder kann etwas, man muss nur herausfinden, was.“

Bei der Übergabe des Preises überraschte der Bürgermeister „Itti“ mit einem Konfetti-Regen. „Das hat Tradition, habe ich gehört“, so Michael Jäcke lachend. Der Preisträger hatte seinen Spaß und bedankte sich mit launigen Worten. Sodann lupfte er seinen Pullover und verwies auf sein knallorangefarbenes T-Shirt mit „Peppino Poppollos“ Initialen.

Zuguterletzt stand im Vordergrund des Parlamentarischen Abends 2016 der Austausch zwischen Vertretern der Politik, Wirtschaft, Kirchen, sozialen Einrichtungen und Verwaltungen mit den Bürgerinnen und Bürgern Mindens. Diese Möglichkeit wurde in dem neuen Rahmen der Bürgerhalle auch intensiv genutzt.

Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgte das „little jazz-Duo“ aus Bückeburg. Helmut Rinne und Christoph von Storch unterhielten die Gäste mit bekannten Jazz- und Swing-Stücken. Das Catering übernahm erneut das Kulturzentrum BÜZ.

Quelle Text und Fotos: Pressemeldung Stadt Minden


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