Ich mache jetzt Hausordnung

Wenn Nachbarn kurz nach dem Einzug einem die Regeln erklären

Foto: Namira McLeod

Heute schon die „Hausordnung“ erledigt? Foto: onm

Gerade in der neuen Wohnung eingezogen, fällt im Hausflur der Spruch einer älteren Nachbarin „Ich mache jetzt Hausordnung“. Wenn Sie jetzt genauso verdutzt dreinschauen, was diese Aussage bedeuten soll, stehen Sie nicht allein da auf weiter Flur.

Da denkt man doch zuerst daran, dass die Dame älterer Generation einen Zettel mit der Hausordnung an die Pinnwand im Hausflur hängen will. Oder was wäre Ihr erster Gedanke?

Höflich nachgefragt, gibt sie zu erklären, dass sie jetzt fegen und wischen wird. Selbstverständlich bleibt es nicht bei der kurzen Erklärung und sie fügt hinzu, dass die Nachbarn da oben ja gar nichts machen würden und sie die Einzige wäre, die sich darum kümmert, aber die ehemalige Nachbarin (sprich die Vormieterin der neuen Wohnung), die so schöne Tapeten an der Wand hatte, die alle bei Auszug abgerissen werden mussten, hatte darauf geachtet, dass es wenigstens etwas sauber bleibt. Ist ja auch nur alle zwei Wochen, nächstes Mal sind die anderen dran, sprich: die neuen Mieter.

Mit ihrem Spruch ist also nichts weiter gemeint, als dass sie jetzt ihren Pflichten als Mieter gemäß der Hausordnung nachkommt und den ihr zugeordneten Treppenhausbereich von Staub und Schmutz befreit.

Eine „Hausordnung“ erhält übrigens jeder Mieter bei Mietvertragsabschluss ausgehändigt. Darin sind alle Pflichten aufgezählt, die ein Mieter während der vertraglich vereinbarten Mietzeit auszuführen hat, sowie Regeln, an die sich ein Mieter zu halten hat, wie z. B. die gesetzlichen Ruhezeiten, die Reinigungspflichten, das Grillen auf dem Balkon, das Benutzen der Wascheinrichtung, die Mülltrennung, usw. Unter anderem können auch Hinweise zu Brandschutzeinrichtungen, Notfallrufnummern, Energieeinsparung u. a. enthalten sein.

Die eigentliche „Hausordnung“ ist also ein wesentlicher Mietvertragsbestandteil und soll für ein geregeltes angenehmes Klima zwischen den Nachbarn sowie ein pflegliches Behandeln der Einrichtungen des Vermieters sorgen.

Na dann, nehmen Sie sich doch einfach mal alle zwei Wochen eine halbe Stunde Zeit für die Pflege des Hausflures und sagen „ich mache jetzt Hausordnung“. Schmunzeln ist ausdrücklich erlaubt!


Für ON zahl ich freiwilligSie meinen, dieser Bericht ist Ihnen was wert? Dann zeigen Sie doch Herz und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit durch einen Für ON zahl’ ich freiwillig-Beitrag. Herzlichen Dank!
Diesen Bericht empfehlen/teilen:
Dieser Bericht wurde 771 mal gelesen. Vielen Dank! Und hier finden Sie weitere:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.