Grünen-Fraktion stellt aktuelle Nitratbelastung in Minden-Lübbecke vor

Agrarwirtschaft gefährdet NRW-Gewässer - Bündnis 90/Die Grünen fordern Düngeverordnung für Gewässerschutz – ohne Gegenmaßnahme drohen steigende Wasserpreise

Im Gebiet der Bastauwiesen zwischen Minden-Rodenbeck und Hille, dem größten Naturschutzgebiet im Kreis Minden-Lübbecke, untersuchen Experten die Nitratbelastung im Grundwasser – mit teils erschreckenden Ergebnissen – Archivfoto: onm

Für den langfristigen Umwelt- und Gewässerschutz brauche Deutschland eine konsequente und nachhaltige Agrarwende. „Weg von der industriellen Landwirtschaft, hin zu einer nachhaltigen Nutzung der Böden“, fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Minden-Lübbecke.

Die Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Minden-Lübbecke informierte sich auf ihrer vergangenen Fraktionssitzung bei der Leiterin des Kreisumweltamtes, Dr. Beatrix Wallberg, über die Aufgaben des Kreises zum Gewässerschutz.

„Der Kreis hat zum Beispiel an der Bastau Flächen gekauft, die ‚Baustauwiesen’, das größte Naturschutzgebiet in Minden-Lübbecke. Dort beobachtet das Land an den Messstellen die Grundwasserentwicklung“, betonte Dr. Wallberg. Auf Wunsch der grünen Kreistagsfraktion erläuterte sie auch die Nitratbelastung von Grund- und Oberflächenwasser anhand von Folien des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (NRW).

Für Cornelia Schmelzer, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag Minden-Lübbecke sind die Informationen des NRW-Landesamtes eindeutig:

„Das Kartenmaterial vom 18. Januar 2017 (siehe PDF-Datei) weist als Gesamtergebnis sehr deutlich einen schlechten chemischen Zustand der Grundwasserkörper für den gesamten Altkreis Lübbecke bis Hille, Minden und Petershagen für Nitrat aus. So sind auch große Gebiete von Petershagen-Jössen bis Aminghausen entlang der Weser in der Beratungskulisse NRW auf der Prioritätenstufe 1. Das heißt, diese Flächen stehen unter besonderer Beobachtung und dort sollen aufgrund der hohen Belastung beim Düngen 15 bis 30 Kilogramm Stickstoff pro Hektar auf die Felder gebracht werden. Aber auch die Grundwassermessstelle ‚Butenbohm’ in Stemwede überschreitet mit 187 Milligramm pro Liter ganz erheblich den Schwellenwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter Grundwasser und liegt seit dem Jahr 2000 kontinuierlich über dem Schwellenwert von 50 Milligramm pro Liter. So fordert das neue Gutachten der Energie- und Wasserwirtschaft zu Recht, dass endlich reale Nährstoffsalden auf unseren Äckern die 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr nicht überschreiten dürfen. Wenn sich an der Düngeverordnung nichts ändert, dann könnte das Trinkwasser laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft auch bei uns in Minden-Lübbecke teurer werden.“

Die grüne Kreistagsfraktion erwartet von der Bundesregierung eine Düngeverordnung für mehr Gewässerschutz. Es sei schon absurd, wenn das Bundeslandwirtschaftsministerium immer noch keine Düngeverordnung vorlegen will, die den Wasserschutz als Ziel hat. Böden und Gewässern sei es egal, ob Überdüngung aus großen oder kleinen Betrieben komme – und auch, ob sie aus Gülle, Gärresten oder Kunstdüngergaben ausgewaschen würden.

So begrüßen die Grünen auch, dass das Umweltbundesamt in Kürze eine umfassende Analyse vorlegen wird, die die Kosten der Nitratbelastung für ganz Deutschland analysiert und Aussagen darüber trifft, wie sich verschiedene Rahmenbedingungen auf die Kosten auswirken.

„Um das Ziel der nachhaltigen Landwirtschaft zu erreichen, sollten EU-Agrar-Gelder stärker in den ökologischen Landbau umgeschichtet werden“, so die grüne Fraktionsvorsitzende Schmelzer abschließend.

Weitere Informationen zur parteipolitischen Arbeit der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Minden-Lübbecke findet man auf der Website http://grüne-milk.de.


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