Froschwanderung in Minden – bitte aufmerksam fahren!

Verkehrsschilder in der Stadt Minden machen wieder auf Frosch- und Krötenwanderung aufmerksam - Schutzzäune sind bereits aufgebaut - jetzt bitte vorsichtig fahren!

Wenn ein grüner Frosch aus seinem geschützten Versteck heraus im Februar auf Wanderung geht, dann überquert er oft von Menschenhand gemachte Straßen, weshalb Fahrerinnen und Fahrer von Kraftfahrzeugen jetzt besonders aufmerksam unterwegs sein sollten – Archivfoto: onm

Frösche und Kröten sind wieder los in der Stadt Minden. Aufgrund der Amphibienwanderung sollten Kraftfahrzeug-Fahrerinnen und -Fahrer besonders aufmerksam zurzeit unterwegs sein, insbesondere am Abend und in der Nacht.

Auf einigen Straßen Mindens werden seit Mitte Februar wieder verstärkt Frosch- und Krötenwanderungen (Molche, Grasfrösche, Erdkröten) beobachtet. „Die Stadt Minden möchte mit verschiedenen Maßnahmen zum Schutz dieser Tiere beitragen“, so der Bereich Stadtplanung und Umwelt. Denn bei ihren Wanderungen müssen die Amphibien meist Straßen überqueren und kommen dabei oft zu Tode.

Daher sorgt die Stadt seit 1986 mit der Errichtung von Straßensperren, der Kennzeichnung von Amphibienwanderungen und mit Hinweisschildern in den Ortsteilen Todtenhausen und Minderheide für die Sicherheit der Tiere. Ziel dieser Schutzaktionen ist es, die zur Laichzeit wandernden Amphibien vor dem Straßentod zu retten.

2017 hat die Stadt Minden folgende Maßnahmen zur Sicherung der Amphibienwanderung eingerichtet:

  • Straßensperre im nicht-asphaltierten Bereich der Straße Nehrensbrink
  • Nächtliche Straßensperre jeweils von 18 bis 7 Uhr an der Straße Torfweg
  • Schutzzäune – betreut durch ehrenamtliche Helfer – an der Straße Nordholz
  • Straßensperre an der Straße An der Spandau zur Sicherung des Amphibien-Wanderbereichs Franzosenfriedhof Minderheide
  • Beschilderung mit den Verkehrszeichen „Gefahrenstelle“ und „Vorsicht, Krötenwanderung!“ an den Wanderbereichen Franzosenweg, Graßhoffstraße, Nehrensbrink, Am Petersbach sowie Düpestraße

Über diese Schutzmaßnahmen hinaus werden Fahrerinnen und Fahrer von Kraftfahrzeugen aller Art (wie Pkw, Lkw, Motorrad, Motorroller, Elektrobike etc.) gebeten, in der Nähe der mit Hinweisschildern gekennzeichneten Bereiche besonders vorsichtig zu fahren. Außerdem sollten sie auch verstärkt auf Helfer der Naturschutzgruppen achten, die an den Schutzzäunen die Hilfsaktionen durchführen, so die Stadt.

Warum Amphibien wandern

Verkehrsschilder warnen vor Krötenwanderung an entsprechenden Straßenrändern – Foto: Stadt Minden

Wenn ab Mitte/Ende Februar Temperaturen von fünf Grad und mehr erreicht werden, verlassen dämmerungs- und nachtaktive Kröten und Molche ihre Winterquartiere, die meist in der Nähe ihrer Laichgewässer liegen. Sie streben dann, vor allem bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Regen, gezielt dem Teich oder Tümpel zu, in dem sie selbst einmal ihre Larvenzeit verbracht haben.

Bei den Erdkröten werden nach 6 bis 14 Tagen Wasseraufenthalt die von der weiblichen Kröte abgelegten Eier vom Männchen besamt. Das Weibchen tritt dann den direkten Weg zum bis zu zwei Kilometer entfernten Sommerquartier an – die Männchen folgen nach einigen Tagen.

Den Sommer verbringen die Tiere im Wald und vereinzelt auch in Gärten, wo sie als natürliche Schädlingsvertilger nützlich sind.

Bei den Kamm-, Teich-, Berg- und Fadenmolchen hingegen ziehen sich das Balzspiel und die Laichabgabe über mehrere Wochen und Monate hin. Die Alttiere verlassen bald nach dem Ablaichen das Wasser. Die Kammmolche leben dann in dichter Vegetation in der Nähe von Gewässern und kommen meist nur nachts aus ihren Verstecken unter Holz und Steinen hervor, um Würmer, Schnecken, Insekten und Spinnen zu verspeisen. Im Gegensatz zum Kammmolch wandern die drei anderen Molcharten weiter vom Laichgewässer weg, nämlich bis zu 400 Meter. Sie bevorzugen dabei feuchtes, vegetations­reiches Gelände und überwintern unter Baumstümpfen, Ästen, Steinen und in Erdlöchern.

Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen gelten natürlich auch im gesamten Kreis Minden-Lübbecke und den restlichen Gebieten Deutschlands, wie in den Jahren davor.

Textquelle: Pressestelle der Stadt Minden


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