Engagement so bunt wie die Lipper Gesellschaft

Landrat Dr. Lehmann verlieh Bundesverdienstkreuz an Ewald Gancer von Cultur-Tupfer e.V. und Lippische Ehrenringe an besonders Engagierte aus dem Kreis Lippe

Landrat Dr. Axel Lehmann (hinten, 3. v. re.) verlieh Lippischen Ehrenring für herausragendes ehrenamtliches Engagement im Kreis Lippe an Ehrenamtliche: Klaus Mai, Inge Klara Dornfeldt, Karin Göhner, Heinz Jäger und Dieter Stumpe (vorne v. li.) sowie Dieter Hartwig, Friedrich Brakemeier, Peter-Uwe Witt, Birgit Schulze Heuling und Michaela Rathkolb (hinten v. li.)

Landrat Dr. Axel Lehmann hatte alle Hände voll zu tun, um die zahlreich Engagierten im Kreis Lippe angemessen zu würdigen. „Die Ausgezeichneten haben auch in diesem Jahr wieder bewiesen, dass Engagement so bunt ist wie die Gesellschaft. Und gerade wegen dieser Vielfältigkeit ist es uns erneut sehr schwer gefallen, die herausragenden Leistungen aller Ehrenamtlichen, die uns für die Auszeichnung vorgeschlagen wurden, gegeneinander abzuwägen und eine Auswahl zu treffen“, erklärt Katharina Dette vom Ehrenamtsbüro des Lipper Kreises.

Ewald Gancer erhält Bundesverdienstkreuz für besonderes Engagement im Klinikum Lippe

Durch sein langes Engagement, vor allem im kulturellen Bereich, hat Ewald Gancer anerkennenswerte Verdienste erworben. Im Rahmen einer Feierstunde nahm er deshalb das Bundesverdienstkreuz (Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland) aus den Händen von Lippes Landrat Dr. Axel Lehmann entgegen. „Sie schaffen es, den großen und kleinen Patienten Abwechslung vom Klinikalltag zu bieten und machen mit Ihren Angeboten Mut“, so Lehmann in seiner Rede über den Würdenträger.

1988 gründete Gancer die Initiative „Cultur-Tupfer“, die das Ziel verfolgt, sowohl den kleinen als auch den erwachsenen Patienten des Klinikums Lippe in Detmold durch ein bunt gemischtes Kulturprogramm den Klinikalltag abwechslungsreicher zu gestalten. 1999 wurde diese Institution als gemeinnütziger Verein anerkannt, dessen Vorsitz Gancer seitdem innehat. Unter seiner Leitung hat der Verein bisher rund 1900 Veranstaltungen mit circa 51.000 Gästen erfolgreich organisiert. Es handelt sich dabei um Kulturausstellungen, Konzerte, Vorträge, Lesungen oder Tanzdarbietungen.

In Zusammenarbeit mit dem Lippischen Sängerbund wird auch die Chor-Konzert-Reihe „Stimmen lauschen“ organisiert, bei der sich jeden Monat ein anderer Chor im Klinikum präsentiert und die Menschen begeistert. Zudem wurde das Projekt „Sonn-Takte“ ins Leben gerufen, bei dem jeden Sonntag andere Talente ihr Können zeigen und sowohl Patienten als auch Besucher musikalisch unterhalten.

Neben weiteren Kooperationsprogrammen, zum Beispiel mit der Volkshochschule Detmold, liegt Gancer vor allem der Klinikum Lippe Chor „SympTöne“ am Herzen. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Lippischen Sängerbundes, Norbert Arnold, hat er diesen Chor im Jahr 2012 gegründet und die Organisation und Betreuung des Chores übernommen. Er ist eines von 15 Mitgliedern, die sich einmal wöchentlich nach der Arbeit zum Singen treffen und pro Jahr mindestens vier Konzerte im Foyer der Klinik veranstalten. Durch Gancers gezielte Öffentlichkeitsarbeit werden die Veranstaltungen nicht nur von den Patienten, sondern auch von der Bevölkerung besucht, einige Gäste kommen sogar von außerhalb.

Außerdem wurde auf Gancers Initiative hin bis 2005 das Klinik-Radio „Tupfer-Töne“ angeboten. Für  Angehörige, die Patienten nicht besuchen können, initiierte er so die Möglichkeit, Grußkarten über die Vereinshomepage zu senden und an das Krankenbett bringen zu lassen.

Dem Einsatz von Ewald Gancer ist es zu verdanken, dass im Jahr 2003 der Verein „Dr. Clown – Clownbesuche in Kliniken und Pflegeeinrichtungen e.V.“ für das Klinikum Lippe in Detmold gewonnen werden konnte. Unter dem Motto „Lachen ist die beste Medizin“ besucht die „Clown-Visite“ seitdem einmal wöchentlich die Kinderstation, gelegentlich auch weitere Stationen des Klinikums. Gancer organisiert diese Clown-Visite und ist oft auch selbst dabei, weil ihm der persönliche Kontakt zu den Kranken sehr wichtig ist.

Für sein herausragendes Engagement erhielt Ewald Gancer (li.) das Bundesverdienstkreuz mit Urkunde aus den Händen von Lippes Landrat Dr. Axel Lehmann

Dank seines herausragenden Engagements hat sich das Klinikum Lippe in Detmold auch in der Bevölkerung als Kultur- und Veranstaltungsort positioniert und etabliert. Fast alle namhaften lippischen Künstler sind schon im Klinikum aufgetreten.

2010 wurde der Verein „Cultur-Tupfer e.V.“ mit dem 1. Preis „Der Dank-Ehrensache Kultur“ des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Im Jahr 2012 erhielt der Verein zudem den Lippischen Ehrenring in Silber, eine Auszeichnung des Kreises Lippe für Personen und Personengruppen, die sich in Lippe durch ihr herausragendes Engagement verdient gemacht haben. Nun kommt noch das Bundesverdienstkreuz hinzu.

Verleihung von Lippischen Ehrenringen 2016

Für herausragendes ehrenamtliches Engagement im Kreis Lippe hat Landrat Dr. Axel Lehmann in einer feierlichen Veranstaltung im Restaurant „Schlosskrug-Heidelbeck“ in Kalletal an zahlreiche Engagierte den Lippischen Ehrenring verliehen (siehe Titelbild). „Ich bin stolz darauf, dass sich so viele Menschen in Lippe ehrenamtlich engagieren: Denn unsere Gesellschaft kann nur stark sein, wenn das bürgerschaftliche Engagement stark ist. Mit dem Lippischen Ehrenring möchte ich diesem Engagement besondere Anerkennung verleihen und großartige ehrenamtliche Leistungen öffentlich würdigen“, hob Lehmann in seiner Begrüßungsrede hervor.

Der erste Lippische Ehrenring ging an Dieter Stumpe aus Lügde. Der 76-jährige ist seit mehreren Jahrzehnten im Vorstand des Osterdechenvereins der Stadt Lügde aktiv und konnte unter anderem mit seinem Engagement den Osterräderlauf langfristig sicherstellen. Außerdem hat er sich in vielfältiger Weise im Heimat- und Museumsverein sowie im Stadtmarketing eingebracht. Viele Infrastrukturprojekte tragen seine Handschrift. Etliche Wander- und Erlebniswege konnten so in den letzten Jahren verwirklicht werden.

Die Bad Salzuflerin Karin Göhner, 73 Jahre alt, erhielt den Lippischen Ehrenring für ihr Engagement im Tierschutzverein Bad-Salzuflen-Lemgo. Seit über 40 Jahren ist sie im Verein aktiv und hat seit Ende der 90er Jahre auch den Vorsitz inne. Egal welches Tier Hilfe benötigt, das Wohl aller liegt ihr am Herzen. Zudem betreut sie seit vielen Jahren das Notfalltelefon und steht auch außerhalb der Öffnungszeiten als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Durch ihr Engagement wird das Tierheim stetig weiterentwickelt.

Der 69-jährige Heinz Jäger aus Dörentrup wurde mit dem Lippischen Ehrenring für sein Engagement im Kirchenvorstand der Gemeinde Hillentrup ausgezeichnet. Sein Verdienst ist unter anderem die Zusammenlegung der Pfarrbezirke Hillentrup und Spork-Wendlinghausen. Neben den Vorstandsaufgaben liegt ihm außerdem die Kindertagesstätte sehr am Herzen. Ohne seinen Einsatz wäre diese nicht mehr in kirchlicher Trägerschaft. Zudem ist er im Seniorenbeirat Dörentrup, im Verein „Schwelentrup Aktiv“ und im Verein „Männer im Gespräch“ tätig.

Für Klaus Mai aus Augustdorf war der Lippische Ehrenring Anerkennung für sein jahrelanges Engagement im Heimatverein Augustdorf. Als Gründungsmitglied hat er zahlreiche Veranstaltungen organisiert und durchgeführt und auch der jungen Generation das Thema „Umwelt“ nahe gebracht. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule (VHS), Arbeiterwohlfahrt (AWO), den Schulen und dem örtlichen Jugendtreff hat er die „interkulturellen Feste“ ins Leben gerufen. Seit 2003 hat er zudem den Vorsitz der AWO Augustdorf inne und bringt sich seit Oktober 2015 intensiv in die Flüchtlingsarbeit mit ein.

In diesem Jahr wurden auch zwei Gruppen mit dem Lippischen Ehrenring ausgezeichnet. Der Verein „Weserbergländer Herzen helfen e.V.“ näht seit Januar 2011 Herzkissen für Brustkrebspatienten. Diese mindern den Druckschmerz nach der Operation und spenden Trost, Hoffnung und Zuversicht. Seit Beginn ihres Wirkens erweitern sich die Projekte jährlich. Mittlerweile werden unter anderem Trostkissen für Kinder oder Nesteldecken für Demenzkranke hergestellt. Neben den Näharbeiten kümmert sich der Verein auch um die Materialspenden, die Koordinierung der Auslieferung sowie um die Organisation von Aktionstagen. Michaela Rathkolb, Birgit Schulze Heuling und Svenja Böer nahmen die Auszeichnung als Vorstand stellvertretend entgegen.

Auch der Stiftungsvorstand und der Stiftungsratsvorsitz der Bürgerstiftung Detmold konnten sich über eine Auszeichnung freuen. Um die Stadt Detmold noch attraktiver und lebenswerter für alle Bürgerinnen und Bürger zu gestalten, hat sich 2003 die Bürgerstiftung Detmold gegründet. Dank der Bürgerstiftung konnten seither vielfältige Projekte initiiert werden, unter anderem der Spielplatz der Begegnungen für Jung und Alt oder die Sozialpaten-Ausbildung, um Familien mit Migrationshintergrund zu unterstützen, durch Vorlesepatenschaften oder Nachhilfeunterricht für die Kinder, aber auch durch Nachhilfe für Erwachsene, Gesprächskreise und vieles mehr. Die Ehrenamtliche Freiwilligen Agentur ist ebenfalls ein Projekt, welches Menschen mit Zeit und Hilfsbereitschaft an hilfebedürftige Menschen vermittelt. Peter-Uwe Witt (Vorstandsvorsitzender), Ingrid Thaiss (Stellvertretende Vorsitzende), Kay Sandmann-Puzberg (Schatzmeister), Josef Tebroke (Schriftführer), Friedrich Brakemeier (Stiftungsratsvorsitzender) und August Nagel (Stiftungsrats-Mitglied) freuten sich über die Ehrung.

Auch in diesem Jahr wurden wieder zwei Sonderpreise verliehen: Der Sonderpreis für „Flüchtlingshilfe“ ging an Inge Klara Dornfeldt, die sich als Gründungsmitglied des Runden Tisches Asyl unermüdlich für die geflüchteten Menschen in Leopoldshöhe einsetzt. Sie unterstützt bei Behördengängen, organisiert Sprachkurse sowie gemeinsame Aktivitäten und hilft bei der Arbeitssuche. Außerdem bringt sie sich aktiv in die Leopoldshöher Tafel ein.

Den zweiten Sonderpreis für „Heimatpflege“ erhielt Dieter Hartwig. Der 61-jährige Kalletaler hat sich unter anderem als erster Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Talle verdient gemacht. Neben dem Taller Weihnachtsmarkt organisiert er auch das örtliche Oktober- sowie Weinfest. Außerdem war er maßgeblich am Umbau des Dorfgemeinschaftshauses beteiligt und übernahm 2010 den Vorsitz des Heimat- und Verkehrsvereins Talle. Als unermüdlicher Motor in seinen Ämtern ist er für Kalletal nicht mehr wegzudenken.

Eingeführt wurden die Sonderpreise auf Beschluss des Kreistages 2014, um der Vielseitigkeit des ehrenamtlichen Engagements gerecht werden zu können.

Quelle: Pressemeldungen Kreis Lippe


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