Dürfen Hiller demnächst noch krank werden?

CDU-Fraktion in Hille bangt um zukünftige ärztliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde - Gespräch mit Karl-Josef Laumann, Staatssekretär Gesundheitsministerium

CDU-Landtagskandidatin Bianca Winkelmann und Karl-Josef Laumann, Patientenbeauftragter der Bundesregierung (v. re.), informierten sich über Arbeitsabläufe in der orthopädischen Werkstatt des Sanitätshauses Westerfeld in Lübbecke-Gehlenbeck

„Wie steht es in Zukunft um die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum?“, fragt sich die Hiller CDU und befasste sich kürzlich mit dem Thema „Ärztliche Versorgung in unserer Gemeinde“. Im Rahmen dessen führte die CDU-Fraktion aus dem Mühlenkreis Minden-Lübbecke ein Gespräch mit dem Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums Karl-Josef Laumann.

Hanna Hartmann, Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands Hille, führte in der letzten Sitzung aus, dass der Strukturwandel im ländlichen Raum auch vor der ärztlichen Versorgung nicht haltmache und die Hiller Bürgerinnen und Bürger immer häufiger die Frage stellen: „Werden wir auch in Zukunft noch einen Hausarzt in unserer Nähe haben?“

Die Hiller CDU-Fraktion nimmt diese Frage sehr ernst, so Hartmann, und möchte zunächst klären, ob die Hiller Arztpraxen wieder besetzt werden, wenn Ärzte aus Altersgründen ihre Praxis schließen.

Dazu setzten sich der Fraktionsvorsitzende Herbert Heuer und die Gemeindeverbandsvorsitzende Hartmann mit Karl-Josef Laumann an einen Tisch. Der Christdemokrat ist im Münsterland aufgewachsen und besetzt seit Dezember 2013 die Stelle des Staatssekretärs im Bundesministerium für Gesundheit und ist Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten und Bevollmächtigter für Pflege.

Herbert Heuer, Hanna Hartmann, Karl-Josef Laumann und Bianca Winkelmann (v. li.) erörtern das Thema „Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum“

Am 25. April 2017 bereiste Laumann in Begleitung der CDU-Landtagskandidatin Bianca Winkelmann (Wahlkreis 88 – Altkreis Lübbecke, Hille, Petershagen) den nördlichen Mühlenkreis, unter anderem auch die Firmenzentrale des Sanitätshauses Westerfeld in Lübbecke-Gehlenbeck. Nach einer für die Besucher hochinteressanten Führung durch Geschäftsführer Volker Horstmann persönlich, sprachen der Patientenbeauftragte und die Landtagskandidatin mit den Hiller Gästen über die ärztliche Versorgung im ländlichen Bereich.

Laumann führte hier unter anderem aus, dass „der Sicherstellungsauftrag bei der Kassenärztlichen Vereinigung liegt, sie muss für eine gerechte Verteilung der Hausärzte sorgen. Das ist jedoch nur möglich, wenn genug Ärzte zur Verfügung stehen.“

Und genau da ist der Haken: keine Ärzte – keine Versorgung. Denn die Zahl der Praxis-Schließungen nimmt stetig zu. Während die einen Ärzte trotz Rentenalters ihre Patienten nicht im Stich lassen, müssen bzw. wollen andere ihre Arztpraxis aus Insolvenzgründen oder altersbedingt schließen. Und der Nachwuchs bleibt aus – vor allem an Hausärzten und in ländlichen Gebieten. Eine fatale Entwicklung gerade für ältere und/oder pflegebedürftige Menschen (2015: rund 2,9 Millionen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt, Tendenz: steigend laut Demografieportal des Bundes und der Länder).

Deshalb fordert Laumann: „Nordrhein-Westfalen müsse mehr Allgemeinmediziner ausbilden, brauche mehr Studienplätze und endlich eine medizinische Fakultät an der Uni Bielefeld.“

Mit Blick auf die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum schlug CDU-Landtagskandidatin Winkelmann vor, dass auch die Einführung einer Landarztquote sinnvoll sei. Weiter informierte sie über die Planung und Entwicklung eines Ärztehauses in der Stadt Rahden.

Quelle Text und Fotos: Hanna Hartmann, CDU Hille, Ergänzung: OctoberNews


Für ON zahl ich freiwilligSie meinen, dieser Bericht ist Ihnen was wert? Dann zeigen Sie doch Herz und unterstützen Sie unsere journalistische Arbeit durch einen Für ON zahl’ ich freiwillig-Beitrag. Herzlichen Dank!
WERBUNG:
Diesen Bericht empfehlen/teilen:
Dieser Bericht wurde 427 mal gelesen. Vielen Dank! Und hier finden Sie weitere:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.