Abgehängt vom Rentensystem – Frauen-Polittalk in Detmold

Zum Internationalen Frauentag erklären zwei Expertinnen am 8. März 2017, warum Frauen von der deutschen Rentenpolitik in die Altersarmut getrieben werden

Unbeschwert in die Rente gehen und den Lebensabend genießen, dürfte für viele Frauen zukünftig eine Utopie werden angesichts Niedriglohn und Co. – zwei Expertinnen gehen in einer öffentlichen Diskussionsrunde in Detmold der Sache auf den Grund – Symbolfoto: redsheep / Pixelio.de

„Abgehängt“ lautet der Titel des Polit-Talks zum Internationalen Frauentag, der in Detmold am 8. März 2017 um 18.30 Uhr stattfindet. Abgehängt vom deutschen Rentensystem – so fühlen sich viele Frauen, wenn sie ihre neueste Rentenauskunft lesen. Stagnierende bis sinkende Rentenwerte kündigen vielfach eine Armut im Alter an, meinen die Veranstalter vom DGB-Kreisfrauenausschuss im Kreisverband Lippe, von der ver.di-Ortsfrauengruppe Lippe, der VHS Detmold-Lemgo und den Gleichstellungsstellen im Kreis Lippe.

Sie laden daher zu einer frauenpolitischen Diskussionsrunde mit zwei Expertinnen ein. An diesem Abend wird es darum gehen, wie eine geschlechtergerechte Rentenpolitik aussehen müsste und warum die Widerstände dagegen so groß sind – und vor allem von wem. Journalistin Kristina Vaillant wird darstellen, warum gerade Frauen von der deutschen Rentenpolitik in die Altersarmut getrieben werden. Sie will aber auch Mut machen, sich in die Debatte einzumischen, und dabei über den Tellerrand in andere Rentensysteme schauen.

Jutta Schmitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen, wird auf die rentenpolitischen Entscheidungen und ihre Auswirkungen auf das Rentenniveau von Frauen eingehen. Sie will in der gemeinsamen Diskussion Lösungsansätze einbringen, die den frauentypischen Erwerbsbiografien Rechnung tragen.

Im deutschen Rentensystem, das auf existenzsichernde Erwerbstätigkeit aufbaut, wirken sich frauentypische Biografien später besonders negativ aus. Lohneinbußen durch familienbedingte Berufsunterbrechungen, Beschäftigungszeiten im Minijob und im Niedriglohnsektor, langjährige Teilzeit und Gehaltsunterschiede ziehen eine „geschlechtsspezifische“ Rentenlücke nach sich. Zusätzlich erhöhen die Regelungen zur Senkung des Rentenniveaus das Risiko der Altersarmut von Frauen.

Trotz vieler Lippenbekenntnisse aus der Politik befürchten die Veranstalter, dass – ähnlich wie im Wahljahr 2013 – nicht ernsthaft eine geschlechtergerechte Rentenpolitik im beginnenden Bundestagswahlkampf vorangetrieben wird.

Daher sind im Vorfeld der Veranstaltung die lippischen Kreistagsfraktionen aufgefordert worden, zu speziellen Rentenforderungen Stellung zu beziehen. Ihre Antworten werden im Rahmen der Veranstaltung präsentiert. Die Gastgeber hoffen so auch auf eine rege Beteiligung politischer Vertreterinnen und Vertreter wie auch der breiten Öffentlichkeit und aller Interessierter an der Diskussion.

Veranstaltungsort:
Alte Schule am Wall
(Eingang: Best Western Hotel)
Paulinenstr. 19, 32756 Detmold (Google Maps)

Weitere Informationen zum Internationalen Frauentag 2017 und der Arbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) findet man auf der Website http://frauen.dgb.de.

Textquelle: Pressestelle Kreis Lippe


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